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 Reich ist man nicht durch das, was man besitzt, sondern mehr noch durch das, was man mit Würde zu entbehren weiß.

 Immanuel Kant


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Celestine Blog

Hier ist der Blog der Celestine Community.

Unruhe

Erstellt von: Arafna in Community Blog

Tagged in: Tagebuch

Arafna
Unruhe
Ein Drang zu tun
irgendwas
ein Drang
weglaufen zu müssen
Zu wissen
da ist kein Weg
da ist kein ankommen
Unruhe
In allen Gliedern
Überfließende Energie
Unruhe
gedämpft durch Handlungen
kurzfristig
Gedämpft durch sprechende Bücher
wohltuende Stimmen
die dem unruhigen Geist
Nahrung anbieten
die ihn kurzfristig sättigen
Unruhe
in Fetzen von vergangenen Erfahrungen
fragmentierten Bildern
die durch den Geist huschen
wie Spinnweben in einem dunklen Keller
Unruhe

 

Autor :  Eve


Was macht man nach der Erleuchtung?

Erstellt von: Bernd in Community Blog

Tagged in: Tagebuch

Bernd

 

"Vor der Erleuchtung: Holz hacken und Wasser tragen. Nach der Erleuchtung: Holz hacken und Wasser tragen." 


Ein Freund an der Türe des Freundes

Erstellt von: Bernd in Community Blog

Tagged in: Tagebuch

Bernd

 

Ein Freund kam und klopfte an des Freundes Tor.
Dieser rief:  „Wer bist du, wer steht davor“ ?
Er sagte: „Ich!“. 
„Gehe fort“ ! befahl der Freund.
„Es ist noch nicht die rechte Zeit gekommen;
an diesem Tisch ist kein Platz für den Unreifen“

Der Arme ging und auf Reisen,
getrennt von dem Freunde,
brannte er - im Trennungsfunken -  für ein Jahr.
Der Gebrannte reifte.
Er kehrte zurück,
umkreiste wieder das Haus des Freundes.
Und klopfte ans Tor voller Sorge,
dass ihm entschlüpf' kein Wörtlein unbedacht.












ich stehe da und blicke in die Ferne...

dort hinten...

dort am Horizont, trifft der Himmel auf die Erde...


Vom Sein zu - ICH BIN

Erstellt von: siegbert p. in Community Blog

Tagged in: Untagged 

siegbert p.

Ein Workshop, spannend-aufregend-lustig-kreativ, in der Kleingruppe, 6 bis 8 Personen. 




Januar-Newsletter (2012)

Erstellt von: Martin in Newsletter

Tagged in: Newsletter , FaceBook

Martin

Liebe Celestine-Freundin,

lieber Celestine-Freund,

wir sind nun im viel zitierten Jahr 2012 angekommen!

Was mag uns dieses Jahr bringen? Kommt die Apokalypse, der Weltuntergang oder der lang ersehnte Himmel auf Erden?
Du weißt es bereits: Das Jahr 2012 hat nichts mit dem Weltuntergang zu tun, dafür aber umso mehr mit globalen Veränderungsprozesen. Es ist tatsächlich ein Umbruch im globalen Bewusstsein zu spüren; das zeigen die Ereignisse insbesondere seit dem letzen Jahr deutlich. Auch wir, die Celestine-Community sind Teil dieses Prozesses, liegt es uns doch besonders am Herzen, Impulse zur Gestaltung einer neue Welt zu geben.

Was kannst Du für Dich selbst tun? Du kannst in Deinem eigenen Leben beginnen. Das müssen keine großen Sachen sein, die Du im Außen in Bewegung bringst, sondern es reicht, mehr Bewusstsein in Deinen Alltag einfließen zu lassen. Du kannst z.B. bewusster einkaufen, Dir Produkte aussuchen, die nachhaltig und fair produiziert werden, um damit Deinen Teil dazu beizutragen, die Ressourcen der Erde auch für die nächste Generation zu erhalten.
Du möchtest mehr tun? Dann findest Du im Terminkalender der Celestine-Community eine Vielzahl von Gelegenheiten, angefangen vom Celestine-Kino-Event, über die Arbeitskreise bis hin zu den Workshops und Seminaren. Ganz besonders zu erwähnen natürlich auch das Celestine-Sommer-Camp, dass in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal stattfindet.

Übersicht der Celestine-Events 2012

Das Celestine-SommerCamp 2012

Im Celestine-SommerCamp hast Du die Möglichkeit, viele Gleichgesinnte zu treffen und eine Fülle von Impulsen für Dein Leben zu erhalten. Das SommerCamp wird sich in 2012 über ganze 5 Tage erstrecken, und zwar vom 27. Juni bis zum 1. Juli. Dieses Mal ist das GESAMTE Sonnenstrahl gebucht, mit Platz für bis 250 Teilnehmer. Das Rahmenprogramm lässt keine Wünsche offen und ist einfach nur fantastisch! Eine Vorschau dessen, was wir bis jetzt geplant haben findest Du hier: http://www.celestinecommunity.de/CSC2012.pdf . Die Agenda wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert. Bleibe also auf dem Laufenden und schaue immer wieder rein in das "Celestine-SommerCamp".

Die Celestine-Stammtische und Arbeitskreise

Eine Übersicht aller Arbeitskreise, sortiert nach Regionen, findest Du in der Celestine-Community unter dem Menü "Veranstaltungen/Gruppen & Arbeitskreise/Übersicht Stammtische & Arbeitskreise". Diese Übersicht wird zeitnah aktualisiert, sobald uns neue Stammtische und Arbeitskreise gemeldet werden. Hier die aktuelle Übersicht:

Land, PLZ, Ort

Veranstaltung

Verantwortlicher

e-Mail

D-12437 Berlin

Arbeitskreis in Berlin. Zur Zeit wechselnde Treffpunkte in privaten Wohnungen, da der Arbeitskreis erst ganz neu gegründet wurde. Bitte den aktuellen Treffpunkt jeweils bei der Organisatorin erfragen!















Liebe Leserinnen und Leser, die Reise geht weiter, schön dass ihr so zahlreich den Flug des mutigen Erdenwesens begleitet :-) Danke an alle, die an die Erfüllung ihres Traumes glauben und sich somit Richtung "Universum" mittragen lassen :-) guten Flug!
Kapitel 7  Der Mond: ....es freut sich darauf, den Mond endlich kennen zu lernen. Der Hof um ihn herum scheint silbrig. Sein zartet Schein verteilt ein milchiges Licht in der näheren Umgebung.
"Als würde die Nacht ihn verschlucken!" denkt das Glühwürmchen.
"Halte dich fest, ich werde bald landen!"
Das Sternchen ist nun doch ein wenig aufgeregt. Es rumpelt ein paarmal. Danach herrscht eine absolute Stille. Auf dem Mond gibt es keine Atmosphäre wie Luft, Wind oder Wasser.
"Durch das Fehlen der Luft gibt es keine Geräusche. Nicht einmal das Einschlagen von Meteoriten wäre zu hören. Totale Stille ist hier zu finden!" erzählt das Sternchen.
Dieses Wissen wurde ihm von den erwachsenen Sternen verraten.
Das Glühwürmchen schreitet etwas unbeholfen auf der rauhen Mondoberfläche umher. Das Sternchen hüpft von seiner Schulter hinab. Neugierig tapst es, auf den sieben Zacken, neben seiner Freundin her. Ueber die rauhe Mondgesteinfsfläche. Mit staunenden Augen blicken sie sich um.
"Endlich seid ihr hier!" ertönt eine tiefe, dunkle Stimme. Erschrocken zucken die Beiden zusammen.
"Er spricht mit uns?!"
"Ich habe euch vieles zu berichten. Gut, dass ihr einen Zwischenhalt bei mir einlegt. Dadurch wird euer Wissen gefördert. Alles ist ein Teil des Puzzels in jedem einzelnen Leben." sagt er freundlich.
Das Glühwürmchen erinnert sich an die vielen Fragen, welche es ihm seit Ewigkeiten stellen wollte.
"Endlich erhlate ich diese Chance! Mein Mut wird belohnt. Wie gross bist du? Wie alt bist du? Weshalb bist du hier zwischen Himmel und Erde?"
Fragen über Fragen, die es seit langem beschäftigen.
"Dies ist der richtige Zeitpunkt, um dir deine Fragen zu beantworten. Ich habe einen Durchmesser von etwa 3476 Kilometern. Mein Alter schätze ich auf zirka 4,6 Milliarden Jahre!"
"Wow!" murmeln die Reisenden im Chor.
Stolz setzt er seinen Bericht über sein wichtiges unentbehrliches Dasein im Universum fort.
"An den Taseiten beträgt meine Temperatur plus 130 Grad. An den Nachtseiten liegt sie bei minus 160 Grad. Die mittlere Entfernung zur Erde beträgt 384403 Kilometer!"
"Oh, mir wird schwindelig bei diesen riesigen Zahlen!" unterbricht das Sternchen seinen Kollegen.
"Wir dürfen ihn nicht unterbrechen. Ich möchte alles von seinem Leben erfahren!" flüstert das interessierte Glühwürmchen mit begeisterter Stimme.
"Bitte lieber Mond, erzähle weiter! Damit ich mein Wissen auf der Erde verteilen kann." fordert es ihn freundlich auf.
"Ich wende der Erde immer dieselbe Seite zu. Deshalb denken einige Menschen, dass ich mich nicht drehe. Dies ist jedoch ein Trugschluss. Wie so vieles im Leben. Während eines Umlaufs um die Erde, drehe ich mich genau einmal um mich selbst. die menschen können nur 59% meiner Mondfläche beobachten.", sagt er schmunzelnd.
Froh darüber, mit den restlichen 41% ein kleines Stückchen Privatsphäre behalten zu dürfen.
"Ein Mondtag oder eine Mondnacht haben etwa die Hälfte der Länge eines Monats."
Die beiden Erdengäste sind ziemlich beeindruckt über die vielen Neuigkeiten. Vorsichtig spazieren sie weiter durch die fremdartige Landschaft. In der Ferne sehen sie für einen kleinen Moment etwas silbrig aufblitzen.
"Was war das?" ruft das Sternchen erstaunt.

Liebe Leserinnen und Leser, nun wünsche ich an diesem sonnigen Tag euch allen viele Wunder und Glück!


Maskenball der Seelen

Erstellt von: Arafna in Community Blog

Tagged in: Tagebuch

Arafna

 

Maskenball der Seelen,

so lang findet er nun schon statt...


Liebe Leserinnen und Leser, die ersten 7 Tage eines vielversprechenden neuen Jahres sind vorüber :-) mit vielen Wundern und erstaunlichen Ereignissen....Nun geht die Reise Richtung All weiter :-) Kapitel 7  Der Mond:  Die Wolke bereitet sich darauf vor, dass sie sich bald in Form vieler Regentropfen auflösen wird, um den ausgetrockenten, durstigen boden der Erde zu bewässern.
"Die Blumen freuen sich darauf! Sie strecken sich den Tropfen durstig entgegen." Die Wolke schwebt glücklich durch die Lüfte, bis der richtige Zeitpunkt für eine sinnvolle Veränderung in ihrer Existenz eingetroffen ist. Der Himmel ist bereits dunkel. Die Sterne zeigen sich an ihrem gewohnten Platz, um die vielen Menschenherzen, die sehnsüchtig zu ihnen empor sehen, zu erfreuen.
"Wir sind stolz auf unser Dasein!" murmeln sie einander leise zu.
Ein Flüstern verbreitet sich im All. Das mutige Glühwürmchen schwebt durch die Nacht, als hätte es zuvor nie etwas anderes getan.
"Seltsam, ich spüre eine Kraft in mir, von der ich nichts wusste, dass sie seit Ewigkeiten  vorhanden ist. Wie höher ich meinem Traum entgegen fliege, umso sicherer fühle ich mich. Irgendetwas trägt mich über die Hindernisse, die sich mir in den Weg stellen, hinweg. Ein unbeschreibliches Gefühl! Ein Gefühl, das mir zu verstehen gibt, dass ich auf dieser Welt nicht alleine bin."
Aus Freude über diese neue Erkenntnis flattert es im Zickzack den funkelnden, goldenen Sternen entgegen. Das Sternchen Lilablassblau wundert sich über den unruhigen, schwankenden Flug.
"Meine Erdenfreundin ist übermügit! Wahrscheinlich ist ihr soeben eine neue Idee eingefallen? Erstaunlich, welche Phantasie so ein kleines Wesen in sich trägt?"
Besorgt bemerkt das Sternchen, wie der Mond ungewohnt rasch näher rückt.
"Glühwürmchen sei vorsichtig, der Mond ist uns bereits ziemlich nahe!" "Keine Sorge, er ist nicht zu übersehen. ich habe eine tolle Idee, wir landen auf dem Mond. Dann kann ich ihn endlich kennen lernen. Er hat bestimmt nichts dagegen, wenn wir ihn besuchen?" ruft es.
Zielstrebig steuert es auf ihn zu.
"Oh, ich wusste, dass es etwas im Schilde führt. Falls es überall einen Zwischenhalt einlegt, werden wir bei meinem Zuhause nie eintreffen. Eigentlich spielt es keine Rolle, die Bedeutung der Zeit ist in dieser Sphäre eine andere. Eine Pause kann nicht schaden. Ich hatte bisher keine Gelegenheit den Mond zu besuchen. Aeusserst wichtig ist es, die speziellen Momente im Leben zu erkennen. Diese zu nutzen, um weiter auf seinem Weg voran zu schreiten. Schritt für Schritt auf dein Ziel zu. Erfülle dir deinen Traum!" murmelt das Sternchen lächelnd.

Liebe Leserinnen und Leser, diese Geschichte wurde im 2004 geschrieben :-) in einer Art und Weise, wie diese bisher noch nicht verraten wurde....Danke dass Ihr mitreist!




Gedanken der Woche

Erstellt von: mar_go_be in Community Blog

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mar_go_be

06.01.12: Die erste Woche im Neuen Jahr neigt sich dem Ende!

Als ich mit meinen Verwandten und Freunden auf das Neue Jahr angestoßen habe, kamen mir all die Gedanken in den Sinn die ich hegte, seit dem ich im Jahre 2011 alles nahezu wie ein Schwamm einsaugte, was mich in irgendeiner Weise spirituell weiterbringen sollte. Ich war in einer Patt-Situation scheinbar gefangen, drehte mich im Kreis und alles was ich unternahm, brachte mich anscheinend keinen Schritt weiter. Dann las ich die Zwölfte Prophezeiung von James Redfield und alles bekam plötzlich einen Sinn. Nun stand ich also am 31.12.2012 mit einem Sektglas in der Hand im Freien und begrüßte das Neue Jahr, erfreute mich an dem vom Feuerwerk hell erleuchteten Nachthimmel und spürte eine nahezu vibrierende Aufregung in der Magengegend. Sollte es tatsächlich so sein, dass all die Seelen, die jetzt auf dem Planeten sind, nur deswegen hier waren, weil sie begierig darauf warteten, dass die Menschheit in eine neue, höhere Phase des Seins hineintrat und sie unbedingt selbst anwesend sein wollten? Kann es sein, dass wir alle hier sind, weil wir höchstpersönlich daran teilhaben wollen? Was sind all die kleinen Dinge im materiellen Alltag, die uns vermeintlich das Leben schwermachen und uns einmal mehr von uns selbst abhalten? Die uns daran hindern in uns hineinzuhorchen und uns der Führung unserer spirituellen Intelligenz anzuvertrauen, um dann festzustellen wie einfach und leicht alles sein kann, sein könnte. Aber nein, wir wollen es schwer und dröge. Ich hoffe, dass alle diese vibrierende Aufregung in sich wahr nehmen können, die sich auch bei mir breitgemacht hat. Ich habe es für mich beschlossen: In all meinem Lebensbereichen möchte ich die Synchronizität aufrecht erhalten und in diesem Jahr einfach erleben, was es alles ermöglicht, was es alles bewirkt. Und deshalb habe ich mich in dieser Community angemeldet, um Anregungen und Gedankenanstöße zu geben und zu bekommen.

13.01.2012: Bin ich synchron? 


Anmerkung zu "Feinde im Dunkel"

Erstellt von: nanabosho in Community Blog

Tagged in: Tagebuch

nanabosho

Was ich vergessen hatte:

Die Erzählung findet sich in

Andreas H. Buchwald, 1 von 11 - Erzählungen aus dem Hut, eBook AndreBuchVerlag 2011.


Feinde im Dunkel

Erstellt von: nanabosho in Community Blog

Tagged in: Tagebuch

nanabosho

Feinde im Dunkel


Vielleicht brauche ich nicht zu erklären, dass es einerlei ist, gegen wen oder was einer kämpft. Wahrscheinlich ist es ebenso gleichgültig, mit welchen Mitteln er das tut. Selbst über das Wofür lässt sich streiten. Aber es ist furchtbar, wenn du irgendwann entdeckst, dass alles, was du je getan hast, in die Hose ging, weil du in Wirklichkeit dich selbst auf ’s Korn genommen hast.
Als es bei mir dazu kam, fürchtete ich beinahe, den Sinn meines Lebens verloren zu haben. Aber ich erzähle diese merkwürdige Geschichte lieber von vorn.
Ich war siebzehn oder achtzehn, als ich zu den Autonomen kam. Das Abitur hatte ich recht gut geschafft und Bafög bekam ich auch, damit ich studieren konnte. Meine Eltern wären nicht in der Lage gewesen, mich ihrerseits stärker zu unterstützen, denn mein Vater hatte seine Arbeit verloren, danach keine neue Anstellung mehr gefunden und hing am Tropf des Staates. Und was meine Mutter betrifft, so war sie über Jahre von einer Gelegenheitsbeschäftigung zu nächsten gewechselt und verdiente zuletzt ein kleines Zubrot mit alternativen Massagepraktiken und einer Art Heilkräuterberatung. Selbstverständlich betrieb sie alles, was sie tat, inoffiziell und sozusagen „schwarz“, damit man meinem Vater nicht die Grundsicherung kürzte. Ich glaube, sie wollte tatsächlich Heilpraktikerin werden, hat aber niemals einen handfesten Kurs bezahlen können. Nur meiner Schwester ging es einigermaßen gut, denn sie arbeitete als Altenpflegerin in einer größeren Einrichtung und kam mit dem, was sie dabei verdiente, über die Runden. Allerdings gestand sie mir vor kurzem, dass sie niemals eine Familie gründen wolle, denn sie fürchtete, in hoffnungslose Armut zu stürzen, sobald sie für Kinder sorgen müsste.
Nicht nur uns allein ging es so. Wohin ich sah, hatte sich Frust breitgemacht. Tausende Menschen, die gesund und kräftig waren und sich wahnsinnig gefreut hätten, eine Arbeit zu verrichten, verharrten sozusagen auf dem Abstellgleis und mussten die Almosen annehmen, die der Staat ihnen bot. Oftmals hatten sie bereits die Fünfzig überschritten, fast immer die Vierzig und fanden sich nicht mehr so leicht bereit, eine Stelle im Ausland als Touristenanimateur anzunehmen, dafür fließend Spanisch und Portugiesisch zu lernen, von morgens bis abends Witze zu reißen und die akrobatischsten Tanzfiguren auf ’s Parkett zu legen. Zur Neukundenerschließung für Abzockefirmen wollten sie sich erst recht nicht hergeben. Also blieb ihnen nur, sich vom Fernsehen berieseln zu lassen und zuzuschauen, wie es Menschen ging, denen die Teilnahme am Leben nicht verwehrt war. Ich habe mich immer gewundert, warum ein Staat bereit ist, die Rundfunkgebühren für seine Ausgestoßenen zu übernehmen, weit weniger aber, ihnen zu helfen, wenn sie von sich aus etwas bewegen wollen.
Doch es ist besser, allein über mich sprechen. Für meine Generation sieht es erst recht nicht rosig aus, in ganz Europa nicht. Jeder weiß das und wir brauchen nicht zu diskutieren. Beispielsweise interessiert es keinen, dass ich meinen Diplomingenieur gemacht habe. Stattdessen wollen sie, dass ich möglichst jahrelang ein „Praktikum“ nach dem anderen durchziehe, also meine Zeit für Firmen opfere, die mich ohnehin nicht bezahlen.
Wem kann ich schon anvertrauen, dass ich ein Erfinder bin und in meiner Schublade zu Hause der Plan von einem Motor liegt, der zum größten Teil von Windenergie gespeist wird? Sogar die Leute, die Autos herstellen, lachen mich aus. Sie tun so, als glaubten sie mir nicht, als hätte ich die Sache nicht gut durchgerechnet und so weiter. In Wirklichkeit aber haben sie Angst vor allem Neuen, das ihre Kreise stören würde. Denn dafür muss Altes fallen und wer nur über ein Mindestmaß an Macht verfügt, wird sich auf Gedeih und Verderb dagegen wehren. Die grauen Herren in den Chefetagen und ihre dienstbaren Geister in den Behörden wären vermutlich mehr als beruhigt, wenn ich in irgendeiner Firma meine Zeit absitze und stundenlang Teile zusammenschraube, deren Funktion mir gleichgültig ist. Solange ich sie nicht mit meinen Ideen behellige, ist alles in Ordnung.
Das meiste davon wusste ich bereits um die Zeit, als ich mein Abitur machte. Deshalb gab ich mich auch keinen fruchtlosen Träumen hin. Und mir war klar, dass es in dieser sogenannten Demokratie keine Zukunft für mich gab. Für die meisten, die innerhalb ihrer Grenzen wohnten, gab es keine, doch wem war das schon bewusst? Ich aber sah die Dinge ziemlich klar und ich war beileibe nicht der Einzige.
Die Gesellschaft musste sich grundlegend wandeln, damit so etwas wie eine Zukunft überhaupt wieder möglich wurde. Und da die Strukturen ziemlich festgefügt waren und auf längere Sicht keinerlei Veränderung versprachen, wollten wir sie ein wenig auflockern. Wir, die Autonomen.
Es gab einige von uns, die griffen auf die alten Kamellen zurück: Marx und Lenin und Mao. Jene vielfach umstrittenen und dennoch hochgelobten Herren waren schließlich die Klassiker der „proletarischen Revolution“. Mir kamen solche Sachen jedoch beizeiten kindisch vor, denn „Proletarier“ existierten schon lange nicht mehr. Leider.
Jeder von uns wusste darüber recht gut Bescheid, viele waren eifrige Leser. Aber wir sahen und hörten, was um uns herum vorging und wir machten uns keine Illusionen: Das Geld, die Profit- und Gewinngier beherrschte die Leute. Oder, wie es ein paar Jahrzehnte früher hieß: das Kapital. Es gab keine Solidarität, es gab keine Zuwendung, kein Verständnis, von Liebe ganz zu schweigen! Es gab bloß immer dieses Habenwollen. Und die Stärkeren, die die Schwächeren ausraubten!
Vom Wissen darum war ich angewidert, jeder Gedanke daran versetzte mich in eine unbeschreibliche Wut! Denn in eben diesem Zustand lag auch der Grund, weshalb ich und meine Generation so chancen- und hoffnungslos dahinvegetierten.
Deshalb war ich bereit, gegen dieses Staatssystem zu kämpfen, mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln.
Wir besetzten Häuser und bauten Containerbarrikaden. Zu jedem noch so geringen Anlass demonstrierten wir und sobald die Polizei auftauchte, warfen wir Pflastersteine oder was wir eben zwischen die Finger bekamen. Einige von uns, später auch ich selbst, konnten Molotow-Cocktails herstellen oder Minibomben basteln, deren Wirkung jenen in nichts nachstand. Müllbehälter abzufackeln war eine ziemlich gewöhnliche Aktion, aber tiefe Genugtuung bereitete es uns, wenn wir schwerkalibrige Autos brennen sahen, MERCEDES und BMW vorzugsweise, die Wagen der Reichen. Damit vermochten wir uns zumindest teilweise an denen zu rächen, die persönlich zu greifen uns nicht vergönnt war. Jeder, der es sah, würde verstehen, dass wir den Kapitalismus zerstören wollten.
Die Polizei erwies sich als passabler Feind. Sie stand für das Staatssystem, das uns zur Ohnmacht verdammte. Sie verteidigte es und musste ihrerseits aus diesem Grunde uns bekämpfen. Und so ging es zuweilen hart auf hart und wir sahen uns oft sogar im Vorteil, weil die Beamten Befehlen gehorchten, während wir blind und erbarmungslos zuschlugen und uns nicht um irgendwelche Dienstvorschriften zu kümmern brauchten. So geschah es hin und wieder, dass einer der Uniformierten dabei drauf ging, während ziemlich viele von ihnen eine gewisse Krankenhausreife erreichten.
Die meisten von uns lebten ihren Hass in diesen Kleinkriegen aus. Und wenn du dann einen vor dir hast, von dem du zweifelsfrei weißt, dass er mit seiner Person und allem, was er tut, ein hundertprozentiges Symbol für das ist, woran du dich rächen willst, dann zögerst du nicht. Dann schlägst du zu und wenn er jammert und stöhnt und schreit, schlägst du härter und heftiger, bis er sich nicht mehr regt. Es ist ein Rausch, ein Orgasmus geradezu, und wenn Stille eintritt, bist du zumindest wieder ein wenig entspannt, hast du einen Sieg errungen, wenn auch nur einen geringfügigen. Denn in einem einzigen Polizisten kannst du noch keinen Staat töten und du weißt, dass die nächste Schlacht bevorsteht, sobald eine beendet ist.
In Wahrheit aber verdienten die Uniformierten kaum die Bezeichnung Feinde. Denn sie hassten nicht wie wir. Sie hatten einen Auftrag und einen Befehl und den versuchten sie aus- zuführen. Vielleicht verfügten sie über eine gute Ausrüstung, Schutzschilde und Feuerwaffen und alles Mögliche, aber sie empfanden keine Wut. Damit fehlte ihnen die Kraft, das tiefe Gefühl, mit dem wir auftraten und kämpften. Und deshalb verachteten wir sie auch.
Diejenigen aber, die uns gewachsen waren, trieb ein ähnlicher Frust, eine Verzweiflung, die der unsrigen beinahe glich. Würdige Feinde waren sie deshalb, die Kämpfer auf dem rechten Flügel. Abgesehen von den Dienern des Staates bildeten sie eine großartige Zielscheibe und wir glaubten uns ebenfalls im Recht, indem wir sie zu vernichten trachteten.
Sie benutzten andere Symbole, kleideten sich anders, aber sie teilten unsere Gefühle. Eigentümlicherweise wussten sie sie sogar besser auszudrücken als wir, denn sie ließen ihre gesamte Erscheinung sprechen. Bomberjacken trugen sie und das hohe, metallisch-harte Schuhwerk, das die Leute „Springerstiefel“ nannten. Meistens schoren sie sich ihre Köpfe völlig blank und ließen ihre Glatzen leuchten. Eine oder mehrere Tätowierungen, die an Hals oder Unterarm die sattsam bekannten SS-Runen
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zeigten, taten ein Übriges. Kurz: ihr gesamtes Auftreten verströmte Wut, Hass und Aggression.
Das forderte uns heraus. Wir empfanden uns anders. Denn wir meinten, klüger zu sein, gebildeter, wissender. Von Philosophie verstanden wir etwas, von Politik. Das versetzte uns in die Lage, notfalls zu argumentieren, zu diskutieren, unseren Standpunkt, unsere gerechte Sache nach außen zu vertreten. Deshalb lebten wir unsere Gewalt erst aus, wenn sich die Gelegenheit dazu ergab, während die Rechten in jeder Sekunde darauf lauerten, einen solchen Augenblick heraufbeschwören zu können.
Unter Umständen waren sie diejenigen, die uns zuvorkamen, diejenigen, die im Wilden Westen zuerst geschossen hätten. Wir vermochten ihnen nur mit List beizukommen und wir meinten, sie seien mit weit weniger Intelligenz gesegnet als die meisten von uns. Überdies verachteten wir sie, weil sie sich an Schwächeren vergriffen und nicht einmal soviel Ehre im Leib hatten, sich ebenbürtige Gegner zu suchen.
Denn abgesehen von der Polizei, die unseren gemeinsamen Feind bildete, richteten sie ihre Wut auf Ausländer, Schwarze oder sogar Juden. Sie beteten uralte rassistische Parolen nach und bliesen zur Hatz auf Minderheiten, die nur in geringer Anzahl vorhanden und auch sonst ausgesprochen wehrlos waren. Juden beispielsweise, die im heutigen Deutschland leben, kann man wahrscheinlich an zehn Fingern abzählen, und die einzigen, die eine gewisse Macht darstellen, sind die eingewanderten Araber und Türken. Unser Verstand war nicht imstande, nachzuvollziehen, weshalb die Rechten gegen diese Bevölkerungsanteile vorgehen wollten, und darin bestand ein Teil des Hasses, den wir unsererseits auf die Bomberjackenträger richteten. Unsere Gewalt und unser Kampf war gerechtfertigt und wir kannten die wahren Menschenfeinde, während die braunen Idioten nur blindlings um sich schlugen. Es gehörte also folgerichtig zu unseren Aufgaben, ihnen Einhalt zu gebieten.
Jahrelang lebte ich so. Während meines Ingenieurstudiums wohnte ich in einer Kommune, die ein altes Haus besetzt hielt. Spätere Absprachen mit den Stadtbehörden führten dazu, dass wir uns bereit erklärten, die Betriebskosten zu entrichten, weshalb man uns einigermaßen in Ruhe ließ.
Eine Zeitlang hatte ich sogar eine Freundin, doch die Liebe besaß für mich damals nur einen geringen Stellenwert, weshalb ich jenes Mädchen auch bald wieder verlor.
Meistens waren es bestimmte Nationalfeiertage, an denen wir gegen die Polizei kämpften. Zusätzlich führten wir einen Guerillakrieg gegen die Nazis, der nur zuweilen in kurze nächtliche Straßenschlachten ausartete. Immerhin verhielten wir uns ebenso erbarmungslos wie sie. Bis heute tauchen in meinem Gedächtnis die Erinnerungen daran auf und bis heute kann ich nicht sagen, warum ich in diesen Kämpfen nur mich selbst wahrgenommen habe, nicht aber einen meiner Gegner. Immer traten wir als Gruppe auf und keiner tat etwas im Alleingang. Wir bildeten eine Bande und sie ebenso. Und meistens waren es drei oder vier Mann, die auf einen Einzelnen einschlugen oder -traten, bei ihnen wie auch bei uns. Wenn dann die Polizei eingriff, erlebten wir einen zusätzlichen Kick, einen neuen Kampfrausch, und wir genossen ihn weidlich.
Es war ein Erster Mai, an dem der Wind sich für mich drehte. An diesem Tag marschierten die Rechten schon um der Tradition willen und es war so gut wie selbstverständlich, dass wir ihnen auflauerten. Während die Polizisten sich beinahe einen abbrachen, indem sie jede Begegnung beider Gruppen zu verhindern suchten.
Das schafften sie nicht immer, vor allem, wenn die Dämmerung einsetzte und wir noch unterwegs waren. Diesmal zählten wir fast hundert Mann und trafen in einer Nebenstraße auf die Bomberjacken, die nur ungefähr sechzig Leute hatten auf die Beine stellen können.
Die Schlacht begann auf der Stelle und wurde durch den Umstand begünstigt, dass wir uns unmittelbar neben den Ruinen einer alten Fabrik befanden, zwischen denen wir uns alsbald tummelten. Unzählig viele Steine und Glasscherben lagen dort umher, außerdem schwere Eisenteile und andere Gegenstände, die sich als Wurfgeschosse eigneten. Für mich war es das reinste Vergnügen, von Deckung zu Deckung zu springen und aus dem Hinterhalt zu agieren, obwohl es bei zunehmender Dunkelheit nicht ganz leicht war, Freund und Feind zu unterscheiden. Doch es dauerte nicht lange, bis die Polizeimannschaften eintrafen und ihrerseits mit Wasserwerfern und Tränengas in unseren Krieg eingriffen.
In dem Chaos, das daraufhin einsetzte, verloren wir wahrscheinlich alle die Orientierung. Zumindest kann ich nicht mehr genau beschreiben, wie es kam, dass ich mich plötzlich in einer Art Kellergewölbe wiederfand und vergeblich nach einem Ausgang suchte. Kurz zuvor waren zwei oder drei der selbstgebastelten Handgranaten explodiert, so dass mir das Mauerwerk um die Ohren flog und eine Druckwelle mich umwarf. Möglicherweise hatte sie mich in dieses Gefängnis befördert, denn nun stand ich da, ertastete nur noch eine halbvolle Schachtel Streichhölzer in meiner Hosentasche und wusste eigentlich überhaupt nicht, was ich tun sollte.
Sobald ich um Hilfe rief, würden die Falschen auf mich aufmerksam werden und ich fiele eventuell in die Hände der Polizei. Doch wenn ich gar nichts tat, musste ich wahrscheinlich mindestens den Rest der Nacht in diesem Loch verbringen. Der Lärm der Auseinandersetzungen draußen drang nur noch sehr gedämpft an mein Ohr und ich gewann den Eindruck, dass er allmählich abebbte.
Es war nicht sonderlich kalt, so dass ich hoffte, es noch eine Weile aushalten zu können. Indes empfand ich meine Situation als einigermaßen gruselig und meine Fantasie gaukelte mir allerhand Schreckensszenarien vor. Angespannt lauschte ich, um beim geringsten undefinierbaren Geräusch aufspringen und mich retten zu können, obwohl ich keine Ahnung hatte, in welche Richtung ich mich in diesem Fall hätte wenden müssen.
Bald aber beruhigte ich mich, denn ich hatte im Licht mehrerer entzündeter Streichhölzer gesehen, dass ich auf blankem Schutt saß und keineswegs etwa inmitten von irgendwelchen Insekten oder Ratten. Trotzdem entdeckte ich auch nirgends einen möglichen Weg nach draußen außer vielleicht einen höhlenähnlichen Gang, zu dem ein paar Stufen führten und der, wie ich nach dem Werfen einiger kleiner Steine feststellte, voll Wasser stand. Ich würde also bis zum Morgen warten müssen in der Hoffnung, dass zumindest einige Lichtstrahlen, die durch irgendwelche Ritzen fielen und mein Gefängnis besser sichtbar machten, mir den besten Ausweg weisen könnten. Die Situation war belämmert, aber nicht ernsthaft bedrohlich.
Plötzlich klang es, als ob eine feste Schuhsohle auf Kies träte, ein Knirschen unmittelbar hinter meinem Rücken. Bevor ich nach einem weiteren Streichholz greifen konnte, traf mich ein schwerer Faustschlag ins Genick.
„Verrecke hier unten, du linke Ratte!“ hörte ich eine wuterfüllte Stimme zischen, während ich mich überrascht nach vorn fallen ließ. Offenbar war ich keineswegs allein und wenn ich Pech hatte, saß ich in einer Falle, von diesen Nazibanditen mit Vorbedacht aufgestellt. Der hinterhältige Hundesohn hatte sich im Licht meiner Streichhölzer an mich herangeschlichen. Jetzt aber konnte er mich für einige Augenblicke überhaupt nicht sehen.
Wahrscheinlich verfügte er seinerseits über keinerlei Hilfsmittel oder Lichtquelle, denn ich hörte, wie er stolperte und fluchte. Er hatte vermutlich versucht zu ertasten, wo ich lag, um mir den Rest zu geben.
Sein heftiger Atem zeigte mir an, dass er höchstens dreißig 70
Zentimeter von mir entfernt gestürzt sein musste. Blindlings stieß ich meine Faust in die Richtung, die mein Gefühl mir wies. Sie traf auf Haut und Knochen und meldete mir, dass ich sein Gesicht erwischt hatte.
Er stieß einen kurzen Schrei aus, während ich mich aufrichtete, zwei Schritte rückwärts trat und wiederum ein Streichholz entzündete. Im Bruchteil einer Sekunde erkannte ich, dass er nur etwa einen Meter von jenem unter Wasser stehenden Gang lag und seinerseits aufzusehen versuchte. Schnell löschte ich die kleine Flamme wieder.
Ich hatte mir die Richtung gut gemerkt, doch als ich meinen zweiten Schlag austeilen wollte, traf dieser ins Leere. Sofort hielt ich meinen Atem an, um den meines Gegners zu vernehmen. Anscheinend aber handelte er ebenso.
Mehrere Sekunden lang herrschte völlige Stille, danach hörte ich, wie er einen Schritt auf dem Schutt vollführte. Leider war ich mir nicht sicher, wie weit er von mir entfernt war und wollte kein weiteres Streichholz entzünden. Außerdem zweifelte ich kaum noch daran, dass wir beide allein in der Finsternis eingesperrt waren.
„Es ist sinnlos“, sagte er plötzlich unerwartet und ich schrak ein wenig zusammen. „Die absolute Idiotie.“
„Was?“ hörte ich mich fragen. „Was willst du damit sagen?“
„Hier unten“, erwiderte er. „Finster wie im Bärenarsch und wir schlagen sinnlos rum. Ich brauch ’ne Pause, würde ich sagen. Oder ich hab die Schnauze voll. Du hast wenigstens Licht.“
Es klang, als ob er sich setzte. Deshalb ließ ich mich ebenfalls auf den Boden nieder.
„Du meinst, ich soll dir heimleuchten, hä?“ Wie sollte ich diesem Nazi-Schwein Vertrauen schenken? „Das könnte dir so passen.“
„Hab ich nicht gesagt“, brummte er. „Eine Drescherei im Finstern ist bescheuert, das habe ich gesagt.“
„Na gut, ich mach nichts“, lenkte ich ein. „Aber dann sitze ich zwei Minuten, bis du dich angeschlichen hast und mir eine rein haust. Da bin ich lieber derjenige, der dich erledigt.“
Er schwieg und ich ebenfalls. Unruhig schwang die Stille im dichten Dunkel.
„Wo bist du eigentlich her?“ hörte ich ihn endlich fragen. Offenbar saß er noch immer auf derselben Stelle.
„Das geht dich nichts an!“ Ich war keineswegs in der Stimmung, mit ihm Frieden zu schließen.
„Ich bin abgehauen zu Hause“, sagte er unvermittelt. „Hab’s nicht mehr ausgehalten. Bei den Nazis geht’s mir besser.“
Darauf wusste ich keine Antwort. Vielleicht wollte er mich nur in Sicherheit wiegen. Ich beschloss, wachsam zu sein und ihn reden zu lassen, denn so vermochte ich ihn auf jeden Fall im Dunkeln zu orten.
„Übrigens heiße ich Mike“, begann er wieder. „Ein Scheißname ist das. Warum haben sie mich nicht Michael genannt? Das wäre wenigstens ,cool‘ gewesen und anständig deutsch.“
„Michael ist hebräisch“, wandte ich triumphierend ein. Es verschaffte mir Genugtuung, wenn ich mir vorstellte, wie dieser Nazi sich ärgern würde, in Wahrheit einen jüdischen Namen zu tragen. Und ganz nebenbei demonstrierte ich damit meine Bildung.
„Wie heißt denn du?“ erkundigte sich Mike hingegen, ohne die unerwünschte Information zu kommentieren.
„Benno“, antwortete ich wahrheitsgemäß. „Wie Benno Ohnesorg, den Studenten, den die Polizei umgelegt hat.“
„Schätze, so einen Typen kenne ich nicht, tut mir leid“, versetzte mein Gegner aus dem Dunkel, der mir von Minute zu Minute weniger feindlich vorkam. „Wann soll denn das gewesen sein?“
„Lange vor meiner Zeit“, gab ich zu. „Siebenundsechzig. Ich bin aber erst Sechsundachtzig geboren.“
„Da bist du immerhin älter als ich“, verglich er. „Vier Jahre. Hast du’s da noch nötig, dich mit diesen linken Socken rumzutreiben?“
Wollte er erneut provozieren?
„Nötig?“ erwiderte ich vorwurfsvoll. „Das ist eine gerechte Sache, das tue ich aus Überzeugung.“
„Wir halten zusammen“, behauptete er da. „Das ist die Hauptsache. Die Deutschen müssen zusammenhalten und das tun sie nicht mehr. Sie verschachern ihr Land an die Ausländer. Die eigenen Leute haben keine Chance und dieses verdammte Gesocks kriegt bloß Zucker in den Arsch geblasen.“
Irgendetwas hinderte mich daran, an dieser Stelle eine ideologische Diskussion vom Zaun zu brechen. Stattdessen fragte ich ihn, was er denn meinte mit den Chancen, die ein Deutscher nicht kriegt. Vielleicht war es sogar das Einzige, was mich wirk- lich interessierte.
„Ich hab’ eine Lehre gemacht“, erwiderte er leise. „Gartenbau. Und ich finde nichts, bin arbeitslos. Zuletzt habe ich mich in einem Großbetrieb beworben, die suchten welche, die ein paar Wochen lang Bäume pflanzen sollten. Sogar das war eine Fehlanzeige, die haben drei Polen und zwei Rumänen genommen, die nicht mal anständig Deutsch konnten.“
„Die brauchen denen nicht so viel zahlen, so einfach ist das“, klärte ich ihn grimmig auf. „Unausgebildete Kräfte wollen die.“
„Ist mir scheißegal, was die wollen“, zischte er, wobei ich seine Wut buchstäblich durch die Finsternis zu mir herüberkriechen fühlte. „Ich bin Deutscher und lebe in meinem Land! Mich macht es fertig, dass Polacken und Zigeuner mir wegnehmen können, was mir zusteht! Eine anständige Arbeit steht mir zu, eine, bei der ich ordentlich verdiene, das kann ich von meinem Land verlangen! Aber eben nicht bei dieser Idiotenregierung!“
„Was macht denn dein Vater?“ wollte ich wissen. „Der ist Arzt, der hat’s ziemlich dicke“, berichtete Mike. „Er wollte mir sogar ein Studium bezahlen, aber ich hatte kein Lust zum Studieren. Garten, das ist meine Welt, davon hab’ ich geträumt. Aber entweder du schuftest für irgendeine Gemüsebude zum Nulltarif oder wenig drüber oder suchst dir was anderes, was dir am Arsch vorbei geht. Sowas kotzt mich an, sag’ ich dir! Und wenn sich mein Alter dann noch hinstellt und mich ... Ich bin jedenfalls abgehauen.“
„Lebst du von irgendwas?“ Meine Neugier wuchs.
„Meine Mutter steht zu mir, die steckt mir immer mal was zu, wovon der Alte nichts wissen darf. Wenn der erfährt, dass ich bei den Nazis bin, hetzt er selber die Bullen auf mich, schätze ich. Ich wohne mit zwei Anderen in einem Hinterhofhaus, wir haben die Miete noch allemal ermeckert. Ab und zu habe ich mal was für einen Friedhof gemacht, schwarz. Aber das ist kein Zustand, ich will als anständiger Bürger in diesem Land leben, verstehst du das?“
Es klang, als stoße er mit seiner Faust in einen Haufen Schutt.
„Dieses Land ist nur für die Reichen da“, dozierte ich finster. „Und auch bloß das Geld zählt. Wenn du kein’s hast, bist du draußen, und wenn du nicht weißt, wie du welches verdienen kannst, fragen sie trotzdem nicht danach. Das Lumpenpack da oben hat sich seine Paläste eingerichtet und das, was wir davon abkriegen, ist das, was sie schon wieder ausgekotzt haben. Ich fackle so lange Autos und Container ab, bis alles zu Bruch geht! Denen ihre ,Demokratie‘ oder wie sie das nennen, das ist die größte Scheiße, die die Weltgeschichte je erlebt hat!“
Auch in mir kochte es nun. Was aber in den folgenden Stunden geschah, vermag ich bis heute nicht zu verstehen.
Wir hörten nur unsere Stimmen und sprachen endlos lange miteinander. Dabei blieben wir auf ein und derselben Stelle sitzen. All unsere Wut, unseren Frust und die wahnsinnige Ohnmacht, die wir empfanden, stießen wir in die Finsternis. Wenn wir nicht in dieser undurchdringlichen Dunkelheit gesessen hätten, wären wir einander unweigerlich an die Gurgel gesprungen. Einem Menschen, der sich zu meinen erklärten Feinden zählte und dem ich mit meinen eigenen Augen hätte ins Gesicht sehen müssen, hätte ich niemals die Tiefen meiner Seele offenbart.
Dennoch habe ich genau das getan und jener Mike hat mir geantwortet, als sei er ein unsichtbarer Spiegel.
Als am Morgen die ersten Sonnenstrahlen die Welt draußen erhellten, machten sie einen schmalen Schacht sichtbar, der am Ende des Ganges lag, hinter dem wir saßen und redeten. Das Licht, das bis zu uns vordrang, genügte, um uns zu beweisen, dass wir nur eine ungefähr zehn Meter lange Strecke, die von knöcheltiefem Wasser bedeckt war, überwinden mussten, um ins Freie zu gelangen.
Danach standen wir draußen, übermüdet, hungrig und fröstelnd. Ohne zu wissen, warum, verabschiedeten wir uns so herzlich, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte: Wir umarmten einander, lange und fest. Aber wir tauschten keinerlei Versprechen und ich sah Mike auch niemals wieder.
Es war immer noch dieselbe Welt, in der ich lebte, dasselbe Deutschland, von kaltschnäuzigem, geldgierigem Kapitalismus beherrscht und soziale Wärme heuchelnd. Niemand ermutigte mich, das zu tun, was ich am liebsten tun wollte, niemand kam und zeigte Interesse an meinem Erfindergeist. Ich wusste nicht, aus welchen Quellen ich neue Hoffnung schöpfen sollte. Die Sache, für die ich bislang gekämpft hatte, hielt ich deshalb weiterhin für gerecht und gut und ich diskutierte auch nicht über Gewalt, denn der Zweck heiligte die Mittel.
Selbst aber konnte ich nicht mehr gegen meine Feinde zu Felde ziehen, weder gegen die Rechten noch die Polizei. Denn ich wusste nun, dass sie nicht meine Feinde waren.


Der Einsiedler im Urwald

Erstellt von: nanabosho in Community Blog

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nanabosho

Der Einsiedler im Urwald


Alles, was in mir zerrissen war, sollte der Weg wieder zusammenflicken. Das hoffte ich und deshalb bin ich ihn gegangen. Vielleicht hat er es auch tatsächlich getan. Ich kann mir vieles nicht logisch erklären, aber was im Einzelnen geschehen ist, erzähle ich gern.
Aufgewachsen bin ich in einer Kleinstadt in der Nähe von Berlin. Wo genau, tut nichts zur Sache, denn mir fiel später auf, dass Kleinstädte, vor allem diese Kleinstädte, sich alle ähnelten. Die Leute, die da wohnten, hatten samt und sonders den gleichen Blick. Mehr kann ich dazu nicht sagen; wer mir das nicht glaubt, der sollte mal hinfahren und sich das ansehen, denn es ist heute noch so.
Spätestens als ich zwanzig war, wollte ich raus. Nach dem Westen. Schließlich umgab uns nichts als die graue Gernegroßrepublik und vor allem wir Jüngeren durchschauten das Getue und die Tricks der Bonzen nur zu leicht. Wahrscheinlich deshalb, weil wir die Ängste unserer Eltern nicht teilten und durch die Nähe der Hauptstadt das Fernsehen der bunten Seite recht gut empfangen konnten. Kein Wunder, dass wir uns einbildeten, drüben sei alles besser.
Als ich es schaffte, war ich siebenundzwanzig Jahre alt. Wir hatten mehrere Verwandte in Göttingen und Hannover und Mitte der achtziger Jahre lockerten sich die Bestimmungen wegen gegenseitiger Besuche. Auch mir gelang es, einen der teilweise noch berühmten blauen Pässe zu ergattern, und schon während meiner ersten Westreise vergaß ich die Rückkehr nach Hause. Natürlich haben meine Eltern und mein Bruder Ärger gekriegt, aber ich hoffte einfach, dass sie sich früher oder später damit abfinden und mir meinen Freiheitsdrang verzeihen würden. Denn wenn man erst einmal auf der anderen Seite steht, kann man unschwer erkennen, welches System stärker ist und zum Sieg vorherbestimmt. Darauf setzte ich und vom Sommer Sechsundachtzig bis zum Herbst Neunundachtzig waren es schließlich nur noch drei Jahre.
Ich hatte Schlosser gelernt oder besser ausgedrückt, in einer Autowerkstatt gearbeitet. Mit meinem Facharbeiterbrief bekam ich außerordentlich schnell eine Anstellung und zwar gleich bei VW in Wolfsburg. Ich verdiente erstklassig und da ich darin die Voraussetzung zur Verwirklichung meiner Träume sah, interessierte mich alles Andere wenig. Ein paar Monate später verliebte ich mich und ein weiteres Jahr danach war ich stolzer Vater eines Mädchens.
Irgendwo auf dem Land, nicht einmal zwanzig Kilometer von meiner Arbeitsstelle entfernt, entstand unser Einfamilienhaus. Da kaum ein Hindernis den Bau bremste, zogen wir Anfang der neunziger Jahre ein. Rita, meine Frau, wurde wiederum schwanger und ich freute mich, als sich herausstellte, dass es diesmal ein Junge war.
Dabei beließen wir es. Die Kinder entwickelten sich gut. Mit ihnen gemeinsam unternahmen wir Urlaubsreisen nach Österreich, Italien und Spanien, einmal sogar nach Ägypten. Rita hatte Krankenschwester gelernt und fand, sobald es möglich war, einen neuen Arbeitsplatz nach ihrer mehrjährigen Auszeit. Mit einigen Familien in der Siedlung standen wir auf äußerst freundschaftlichem Fuß und da es in diesem Umfeld zum guten Ton gehörte, ging ich auch immer mal wieder in die Kirche, obwohl ich eigentlich Atheist war. Mit einem Wort: Meine Welt war ringsumher in Ordnung, der Himmel hing voller Geigen und mein Leben im westlichen Deutschland hatte sich genau zu dem gestaltet, was meiner Vorstellung entsprach. Und die war noch in den östlich grauen Jahren entstanden, auf der anderen Seite des Zauns.
Erstaunlich schnell erreichten die Kinder ein Alter, in dem sie weitere gemeinsame Urlaube mit uns ablehnten. Da kam zum ersten Mal das merkwürdige Gefühl auf, unserem Miteinander sei der Text ausgegangen. Wir wussten nicht mehr sonderlich viel mit uns anzufangen. Deshalb taten wir uns mit zwei anderen Paaren aus der Siedlung zusammen, denen es ähnlich ging. Wir unternahmen gemeinsame Reisen, fuhren ins Kino oder ins Theater, feierten Grillfeste und versuchten, die dennoch aufkommende Langeweile mit Partnertauschträumen zu vertreiben. Ich nenne das „Tauschträume“, weil es eine ganze Weile nur beim Träumen geblieben war. Es ist nicht ganz so leicht, plötzlich Grenzen zu überschreiten, die man jahrelang eingehalten hatte. Und oft sind Spiele mit Gedanken und Fantasien kribbelnder und spannender als deren Verwirklichung.
Um uns dennoch auf die konkrete Erfahrung zuzubewegen, planten wir eine gemeinsame Urlaubsreise an einen ungewöhnlichen Ort, weitab von den allgemein üblichen Schnittmustern von Hotel und Strand und all inclusive.
Irgendjemand hatte uns einen Tipp gegeben und so besuchten wir eine Auswandererkolonie in Bolivien. Wir hatten dort ein Häuschen für uns, konnten tun, was uns Spaß machte, aber uns auch jederzeit unter die Einheimischen mischen, da sie Landsleute waren. Es hieß, viele von ihnen suchten gerade in Südamerika nach einer neuen Art zu leben und hätten Deutsc land aus keinem anderen Grund verlassen.
Vom Flughafen des unglaublich hoch gelegenen La Paz aus erreichten wir die besagte Kolonie nach einer Tagesreise mit zwei Mietwagen und wir staunten nicht schlecht: Die meisten Häuser und Straßen sahen so aus wie die in unserer Siedlung bei Wolfsburg! Rita und die anderen lachten und machten Witze darüber; ich selbst aber war wahnsinnig enttäuscht.
Schnell stellten wir fest, dass die Ausgewanderten so ähnlich lebten wie in dem Land, das sie verlassen hatten. In mir stürzte ein Traumschloss zusammen. Ich vergaß, weshalb wir diese Fahrt unternommen hatten und als ich es nicht mehr aushielt, fragte ich einen der Kolonisten, warum er seiner Heimat den Rücken gekehrt hatte, wenn er sich in Südamerika doch kaum anders benehme als zu Hause.
„Das fehlte noch, dass wir Blechhütten bauen wie die Halbindianer in den Slums von La Paz!“ erwiderte er beinahe ärgerlich. „Natürlich leben wir wie zu Hause mit dem Unterschied, dass wir eben jetzt hier zu Hause sind. Wir brauchen kaum Steuern zu zahlen, das ist schon mal ein Riesenvorteil. Hier kann man ein paar kleinere Unternehmen aufziehen ohne gleich vom Finanzamt erstickt zu werden. Das Geld ist der Hauptgrund, das sage ich dir. Aber wir helfen einander auch mehr als es in Deutschland der Fall gewesen wäre. Ist ganz normal, weil wir ja alle etwas aufbauen wollen. In Europa kriegst du alles fertig und vorgekaut, aber hier fängst du von vorne an. Es ist allerdings von Vorteil, wenn du ein paar Euro hast, die gelten hier mindestens das Vierfache verglichen mit der Gegend, in der man sie erfunden hat. “
Er war sichtlich stolz auf seine Arbeit und zeigte mir sein gesamtes Anwesen. Trotzdem nagte die Enttäuschung weiter an mir, denn überall sah es aus wie in Niedersachsen.
„Machen das eigentlich alle Auswanderer so?“ wollte ich wissen, bevor ich ging. „Oder gibt’s auch Ausnahmen?“
„Ausnahmen, was denn für Ausnahmen?“ Der Mann schüt- telte den Kopf. „Niemand ist gerne allein und deswegen haben wir uns zusammengeschlossen und dieses Dorf gebildet. Vor kurzem ist hier ein Verrückter aufgetaucht, den hätte man schon als Ausnahme bezeichnen können. Aber das war ein Vollidiot, ein Fantast! Es hatte keinen Zweck mit ihm zu reden. Eine Menge Blödsinn hatte der im Kopf, hat rumgesponnen von neuem Zeitalter und so. Er ist auch nicht bei uns geblieben, sondern hat seine Hütte ein paar Kilometer entfernt gebaut. Keine Ahnung, ob er zurecht kommt, wir kümmern uns nicht um ihn. Schätze, er baut Cannabis an und hat sich wahrscheinlich schon Aids geholt bei den Indiohuren.“
„Kann man zu diesem Menschen hinfahren?“
„Die Straße in östlicher Richtung wird immer schmaler und ich kann mich nicht verbürgen, dass sie überhaupt noch auf fünf Kilometer benutzbar ist“, beschrieb der Mann. „Dort gibt es keine Stadt mehr und nichts und deshalb fährt nur selten jemand da lang. Aber du kannst es ja versuchen, wenn du scharf drauf bist, einen Verrückten kennenzulernen. Ich meine, ihr seid schließlich auf Informationsurlaub hier und solltet die Sehenswürdigkeiten in der Gegend ruhig mal abklappern.“
Ich ging zurück zu meinen Freunden und berichtete von dem, was ich erfahren hatte, musste jedoch feststellen, dass es niemanden interessierte. Nicht einmal Rita, der ich an jenem Tag noch nicht anmerkte, dass sie bereits mit Gerhard turtelte, der zu Hause nicht nur mein Nachbar, sondern auch mein Arbeitskollege war.
Die Sache mit jenem „Verrückten“ ließ mich nicht los und so behauptete ich am nächsten Morgen, unbedingt ein paar Besorgungen machen zu müssen, schnappte mir einen der gemieteten Jeeps und fuhr los. Ich fand die beschriebene Straße, die sich bald in einen Schotterpfad und noch später in einen außerordentlich schmalen, von üppigem Grün fast zugewachsenen Urwaldweg verwandelte.
Der Jeep war ein robustes Fahrzeug, so dass ich den Eindruck hatte, dennoch einigermaßen vorwärtszukommen. Ich merkte kaum, dass ich unversehens eine Art Einfahrt passierte, die wie ein aus Lianen geflochtenes Tor aussah.
Eine buntbemalte, windschiefe Holzhütte, die wie aus dem Nichts vor mir auftauchte, gebot indessen Halt. Ich sprang aus dem Auto und befand mich mitten im Urwald. Bei näherem Hinsehen jedoch erkannte ich die Spuren menschlicher Eingriffe.
Vor dem notdürftig errichteten Gebäude befand sich ein kleines Rondell aus Steinplatten, die sich durch die aus den Zwischenräumen emporstrebenden Pflanzen beträchtlich verschoben hatten. Ich schätzte, dass mir diese Fläche genügend Raum zum Wenden bot und nahm die Hütte in Augenschein.
Vor der Türöffnung hing eine schwere graugrüne Stoffbahn. Ich schlug sie kurzerhand zurück und machte mich gleichzeitig durch Rufe in deutscher Sprache bemerkbar. In dem Halbdunkel, das mich im Inneren umgab, erkannte ich vorerst nur eine Hängematte, aus der sich eine lange, dürre Gestalt erhob.
„Besuch aus Deutschland?“ gurgelte eine kratzige Stimme. „Das ist selten, aber nicht außergewöhnlich.“
„Ich heiße Tristan“, stellte ich mich vor. „Man hat mir empfohlen, hier mal herzukommen.“
„Empfohlen, oho!“
Der Mann, der in der Hängematte gelegen hatte, stand nun aufrecht vor mir. Er war vollkommen nackt, bärtig und mindestens einen Kopf größer als ich. Eine gewaltige Haarmähne bedeckte seine Schultern und ein für mich undefinierbarer, aber nicht unangenehmer Geruch ging von ihm aus und seine Stimme gewann an Kraft. „Wer bringt es denn fertig, mich zu empfehlen?“
Kurz berichtete ich von der Begegnung, die mich darauf gebracht hatte, diesen Ausflug zu unternehmen, der mir nun peinlich war.
Er lachte.
„Schon gut“, sagte er und winkte ab. „Ich bin Garcilaso. Früher habe ich mal Reinhard geheißen, aber seit ich weiß, dass ich eine Inkarnation von Garcilaso de la Vega bin, lebe ich hier und nenne mich so. Eigentlich müsste ich weiter nördlich wohnen oder am Titicacasee, aber mir hat es hier gefallen. Mir war es nur wichtig auszusteigen und das ist mir gelungen.“
Er bot mir frisches Quellwasser an, das ich aus einer Schale trank, von der ich nicht wusste, woraus sie gemacht war. Überhaupt fand ich in dem Sammelsurium von Gegenständen, die ihn umgaben, ziemlich vieles, das ich nirgendwo einordnen konnte. Da sich meine Augen aber inzwischen an das Halbdunkel des Raumes gewöhnt hatten, entdeckte ich auch einige Kleidungsstücke und sogar ein Bord mit Büchern. Wir sagten von Anfang an Du zueinander und während des Gespräches mit ihm erschien es mir, als sei unser Zusammentreffen das Normalste der Welt und als hätten wir uns schon seit undenklichen Zeiten gekannt.
Ich erzählte ihm von meinem Leben und dass ich mich darin langweilte, aber nicht wüsste, wie ich diesen Zustand aufheben könnte. Und so geschah es, dass er mir nicht nur seine gesamte kleine Farm – denn das war sie tatsächlich – zeigte, sondern von Dingen zu mir sprach, die ich noch nie zuvor gehört hatte.
„Garcilaso de la Vega war einst Statthalter von Cuzco, als die Spanier schon Perú unterworfen hatten“, erläuterte er. „Seine Mutter war immerhin die Enkelin des großen Inka Tupac Yu- panquí und so wusste er noch sehr, sehr viel von den wahren Dingen, bevor die falschen vollständig die Oberhand bekamen.“
„Was sind ,die falschen Dinge‘?“ fragte ich.
„Das Reich Tahuantinsuyu, in dem die Inka regierten, war ein Unterdrückungssystem, aber dennoch lebten viele darin noch im Einklang mit Pachamama, der Großen Mutter.“
Garcilaso oder Reinhard, wie auch immer, sprach ruhig und gelassen und seine Worte hatten keinen salbungsvollen Beiklang. Deshalb zwangen sie mich unbedingt dazu, ihm zu glauben.
1„Mit Pizarro und den Spaniern begannen die falschen Dinge“, fuhr er fort und zündete sich ein zigarettenähnliches Etwas an, in dem ich eine Cannabisfüllung vermutete. „Es sind die, mit denen man die Menschen bei ihrer Angst packt, mit denen man sie in die Irre führen kann. Die scheinbaren, nicht wirklichen. Es war eine grausame Zeit, aber damals war es noch nicht möglich, die ganze Welt zu unterwerfen. Das funktioniert erst heute.“
„Erst heute?“
„Die Spanier kamen aus Goldgier. Vielleicht war auch ein Funken Entdeckerlust dabei, die wir vor allem bei Columbus einmal annehmen wollen. Aber spätestens als in Nordamerika die Vereinigten Staaten gegründet worden waren und die Briten ihr Riesenkolonialreich eroberten, waren genügend Weltherrschaftsträume entstanden. Und die sind heute so gut wie verwirklicht, nur eben nicht so offen brutal, sondern subtiler. So haben die Amerikaner heimlich, still und leise alles unter ihre Knute gekriegt. Die Leute tanzen mit Freuden nach deren Pfeife und merken es nicht einmal. Jeder Krieg und jede Wirtschaftskrise wird von irgendwelchen Hinterbänklern inszeniert, von denen die meisten in New York oder London, Moskau oder Peking sitzen, vielleicht sogar in Berlin. Die haben das Geld, die Zeitungen, Radio und Fernsehen im Griff und das genügt schon fast. Denn die Leute glauben alles, was die bunten Bilder zeigen und leben so, wie ihnen das vorgeschrieben wird. Und dass es ihnen vorgeschrieben wird, merken sie nicht, weil sie nicht bloß gut zu essen und zu trinken haben, sondern darüberhinaus noch gut unterhalten werden. Nicht bloß mit irgendwelchen Späßen, was ja noch harmlos wäre, sondern vor allem mit Angst.“
„Mit Angst?“ Fiebernd hing ich an seinen Lippen.
„Wer Angst hat, findet nicht raus, wer er selber ist, entdeckt seine Kraft nicht, seine Möglichkeiten, sondern er hat eben bloß Angst. Wenn die Zeitungen schreiben: In dem und dem Land ist Krieg, der könnte auch auf unseres oder ein Nachbarland übergreifen, dann macht das schon ein bisschen Angst. Wenn sie schreiben, das Geld ist bald nichts mehr wert, macht das vielen noch mehr Angst. Und wenn sie schreiben, eine neue Krankheitswelle rollt unberechenbar über drei Kontinente, so dass keiner ausweichen kann, macht das fast allen ordentlich Angst. Mit dieser Angst hält man die Leute nicht bloß gut in Schach, sondern man kann ihnen eine Unmenge Sachen verkaufen, die sie nicht brauchen: Pillen und Tabletten in Hülle und Fülle, Impfstoff satt und tausend Zeitschriften mit neuen Angst-In- formationen. Wenn sie im Fernsehen sagen: Die Muslime sind böse, die haben das und das getan, oder die Juden sind böse oder die Zigeuner oder die Schwarzen oder die Schwulen oder die Brillenträger oder die Mundharmonikaspieler, dann glauben das die Leute und sie beginnen die Muslime zu hassen, die Juden, die Zigeuner, die Schwarzen, die Schwulen, die Brillenträger und die Mundharmonikaspieler, das ist eine wahnsinnig sichere Methode. Die Spanier mussten ihr Kolonialreich mit halbrostigen Waffen erobern, das hat viel Kraft gekostet. Die Drahtzieher in Amerika, China, Russland oder sonstwo benutzen das Fernsehen und die Zeitungen; das kostet weit weniger Kraft und man erreicht viel mehr. – Weißt du, warum dein Leben langweilig wird, warum du kaum noch was fühlst und nicht weißt, was du mit dem Rest deiner Jahre tun sollst? Weil sie dich haben! Du hast dich nicht selber, du spürst dich nicht selber, du kannst nicht zu dir kommen und deinen Weg finden, weil sie dich haben. Wenn du dich krank fühlst, gehst du zum Arzt und bildest dir ein, dieser Fremde, der nicht in dir drin steckt, weiß besser als du selber, was für dich gut ist. Wenn deine Seele am Ende ist, rennst du zum Psychologen oder zum Pfarrer, weil du keinen wahren Freund hast, der sie erkennt. Und wenn du Angst hast, eine Entscheidung zu treffen, wählst du jemanden, der die Entscheidungen treffen soll, am besten für ein ganzes Volk. Was glaubst du wohl, warum ich hier bin, allein und so gut wie im Urwald?“
„Du bist ein alter Hippie“, antwortete ich. „Das sagen jedenfalls die Leute.“
„Und du bist einer, der glaubt, was die Leute sagen“, versetzte mein Gegenüber seelenruhig. „Damit musst du zurechtkommen.“
„Was könnte ich tun, um auszusteigen?“ Garcilaso lachte. „Finde erst mal raus, in welchem Zug du sitzt“, erwiderte er.
„Wenn du Glück hast, hält er an einigen Stationen. Manchmal ist so gut wie jede passend, manchmal nur eine.“
Ich wollte wissen, ob er sich nicht zuweilen einsam fühlte.
„Wieso denn?“ Auch diese Frage belustigte ihn. „Zwei Stunden Fußmarsch sind es von hier aus zum nächsten Indiodorf. Dort bin ich ziemlich oft, weil meine zwei Frauen da wohnen. Ich gehe nicht gern zu meinen Landsleuten, da fühle ich mich nicht wohl. Manchmal kommt einer her, so wie du, so dass ich nicht mal Gefahr laufe, meine Muttersprache zu vergessen.“
„Aber hier bist du doch von der Menschheit abgeschnitten, nimmst gar nicht mehr am Leben teil?“ So vernünftig wie er mir einesteils vorkam, so merkwürdig erschien mir dennoch sein Einsiedlerdasein.
„Am Leben teilnehmen?“ brauste er da auf. „Was willst du mir denn weismachen, was Leben angeblich sein soll?! Zeitung lesen, Fernsehen und Champagnerfeste feiern, auf denen jeder jedem die Hucke voll lügt? Die Tochter vom Chef durchzuvögeln, um Karriere zu machen? Und wozu ist Karriere gut? Um mit einem Schlips den Hals stundenlang zuzuschnüren, noch mehr Leute über den Tisch zu ziehen als früher, für Magenprobleme oder einen Herzinfarkt? Nein, danke, mein Guter, das ist Totentanz, aber kein Leben.“
Wir besprachen noch alles Mögliche, aber ich habe das meiste davon vergessen. Als ich zurückfuhr, spürte ich bereits den Wunsch, den Einsiedler im Busch noch einmal wiederzusehen.
Ich berichtete meinen Freunden davon und erntete nur verächtliches Gelächter und zahlreiche Warnungen, nicht selbst dem Irrsinn zu verfallen, dem diese angebliche Reinkarnation eines Cuzcoer Statthalters erlegen war. Vielleicht hätte ich nicht erwähnen dürfen, dass Garcilaso oder Reinhard mir nackt gegenüber getreten war und irgendein halluzinogenes Kraut geraucht hatte. Das machte ihn unglaubwürdig und nur ich allein war so dumm und nahm mir das idiotische Geschwafel eines Drogensüchtigen zu Herzen.
Bald merkte ich, dass ich nicht mehr zu meinen Leuten gehörte. Es war, als stünde ich neben ihnen. Wie durch einen Schleier beobachtete ich, wie Rita sich in Gerhards Armen wand und fühlte nur Gleichgültigkeit. Ich sah, wie meine bisherigen Freunde lachten und Spaß hatten und saß daneben wie Falschgeld.
Der Mann im Urwald hatte mich infiziert, so dass ich plötzlich an einer Krankheit litt, die mich zum Aussätzigen machte. Nie hätte ich leben wollen wie er, aber zu dem zurückkehren, was bisher mein Leben ausgemacht hatte, konnte ich ebensowenig.
Am Tag vor unserer Abreise fuhr ich noch einmal zu ihm, um mich zu verabschieden.
„Du hast mich tief beeindruckt“, erklärte ich feierlich. „Aber ich bin nicht du. Neunzehnhundertachtundsechzig ist längst vorüber und Woodstock fast vergessen. Es hat keinen Zweck, sich beleidigt in den Dschungel zurückzuziehen.“
„Ach“, erwiderte er und zwinkerte mir schelmisch zu. „Wer ist hier beleidigt, ich oder du?“
„Du hast recht“, versetzte ich kleinlaut. „Ich kann nur eben bloß nicht vergessen, was du gesagt hast und wie du lebst. Aber aussteigen, so wie du, das kann ich auch nicht. Verstehst du das?“
„Ein bisschen.“ Er lächelte gelassen und wartete offensichtlich, ob ich noch etwas sagen würde.
„Mag sein, dass meine Frau mich verlässt“, sagte ich. „Das kann ich verkraften. Aber ich habe nicht gelernt, wie man sich ohne Geld durchschlägt. Denn ich müsste meine Arbeit kündigen, obwohl ich unwahrscheinlich gut verdiene. Es wäre eine Sünde, verstehst du? – Trotzdem: Angenommen, ich käme hierher, wie sollte es da gehen? Du verstehst was davon, wie man bestimmte Pflanzen anbaut, ich habe nicht die geringste Ahnung. Was ist, wenn ich irgendeine unbekannte landestypische Krankheit kriege, muss ich da zu einem Schamanen gehen, von diesen Aymará oder wie sie heißen? Du magst das glauben, aber ich habe die Indios gesehen auf dem Markt von La Paz. Wie selten die sich waschen und so. Eine Frau ist mir aufgefallen, die direkt unter sich gepisst hat, als sie an der Bushaltestelle stand. Wahrscheinlich tragen die ja keine Schlüpfer. Wie sollte ich zu einem eingeborenen Arzt gehen, der sich nicht sauber hält? Dir macht das nichts aus, aber mir. Hygiene ist unumgänglich für die Gesundheit. Und die deutschen Ärzte hier nehmen auch Geld wie bei uns zu Hause. Was ist, wenn ich alt werde und nicht mehr alles selber machen kann? Mir würden noch tausend andere Sachen einfallen, weshalb es nicht geht, verstehst du? – So sehr mir imponiert hat, wie du hier lebst und so sehr ich es selber wollte: ich kann es nicht.“
„Ich kann mich auch nicht erinnern, von dir so etwas verlangt zu haben“, bemerkte Garcilaso seelenruhig. „Wahrscheinlich verlangst du es selber von dir.“
„Vielleicht“, gab ich zu. „Mir kam es eben so vor, als ob du lebendiger bist als ich, obwohl du bloß ein Einsiedler im Urwald bist. Und ich wollte selber gerne mehr Leben haben. Oder ein anderes, was weiß ich.“
Er betrachtete mich eine Weile und wir schwiegen. „Glaubst du irgendwas?“ fragte er mich unvermittelt.
„Weiß nicht genau“, erwiderte ich. „Ab und zu gehe ich in die Kirche, aber das machen eben alle. Dort, wo ich wohne.“
„Die Kirche hat eine Menge versaut“, murmelte er. „Aber selbst da könntest du was finden.“
„Wie meinst du das?“
„Na, ich schätze, der Mann, den alle anbeten sollen, hatte tatsächlich was zu sagen. Der war einer von den ganz großen Aussteigern. Deshalb kneifen sie immer, wenn man sie drauf aufmerksam macht, was er wirklich wollte.“
„Jesus?“
„Jesus, ja. Weißt du, was er gesagt hat? Wer sein Leben behalten will, der wird’s verlieren. Und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden. Reicht doch, meine ich.“
„Und was heißt das?“
Ein Schatten überzog sein Gesicht und ich hatte den Eindruck, dass er nur noch mit Widerwillen antwortete. „Finde es selber raus. Sonst kommst du hinterher und behauptest, ich wäre es gewesen, der dich hinter’s Licht geführt hat.“
„Aber ich will ... Ich weiß nicht, was soll ich denn ...?“
„Schluss damit!“ rief er plötzlich so laut, so dass ich zusammenzuckte. „Wer dauernd fragt, will keine Antwort! Ich bin nicht dein Guru oder dein Pastor oder sonst was, schon gar nicht deine Frau! Wenn du’s wirklich wissen willst, findest du’s selber raus!“
Bis heute kann ich mir nicht zusammenreimen, warum er auf einmal so grantig wurde. Vielleicht hatte er das Gefühl gehabt, ich fiele ihm auf den Wecker, aber er saß doch sowieso nur in der Hütte herum und beschäftigte sich mit seinen Pflanzen.
Als ich nämlich immer noch nicht begreifen wollte und beharrlich zu fragen fortfuhr, griff er nach irgendeiner Kiste und bewarf mich damit. Am Ende verließ ich fluchtartig sein Anwesen.
„Wenn du willst, findest du’s raus!“ rief er mir nach, das vernahm ich allemal noch deutlich. „Aber komm nie mehr her! Nie, nie mehr!“
Meine Freunde lachten mich wiederum aus und fragten stichelnd, ob ich endlich gelernt hätte, Cannabis zu rauchen. Oder ob ich bei dem Einsiedler entdeckt hätte, dass ich schwul sei.
Nach Hause zurückgekehrt, war ich fest entschlossen, mein bisheriges Leben fortzusetzen und ging meiner Arbeit nach wie immer. Ich ließ Rita ihr Vergnügen und machte ihr keine Szene. Nicht einmal dann, als sie ganz und gar zu Gerhard zog, dessen Frau sich wiederum von ihm trennte. Mit eigentümlicher Verwunderung wurde mir bewusst, dass ich schon deswegen nicht eifersüchtig zu werden vermochte, weil meine Kräfte mich verließen.
Ungeheuer ausgelaugt fühlte ich mich. Mit jedem Tag, der verging, wurde ich müder, elender. Und beinahe dankbar nahm ich hin, dass ich eines Abends meinen Entlassungsbrief aus dem Kasten holte.
Endlich raffte ich mich zum Handeln auf. Obwohl es unausgesetzt in meinem Kopf dröhnte „Finde es heraus, finde es heraus!“, hatte ich bisher nicht einen Schritt zu gehen vermocht, der mich einer Veränderung näher gebracht hätte. Nun aber hatte ich meine Arbeit und meine Frau verloren und es gab nichts mehr, woran ich mich klammern konnte.
Kurzerhand reiste ich nach Spanien und machte mich auf den legendären Weg, von dem ich inzwischen alle möglichen Wunderdinge vernommen hatte. Ich kam dabei wieder zu Kräf- ten. Und noch bevor ich das offiziele Ziel, die Jakobusstadt im Sternenfeld, erreichte, wusste ich, dass Garcilaso nur in einem – nämlich dem letzten – Punkt geirrt hatte: Ich brauchte gar nichts herauszufinden, sondern das Leben selbst kam zu mir.

(Aus: A. H. Buchwald, GESCHICHTEN AUS DER JAKOBSMUSCHEL - Der Weg zum eigenen Weg, Teil 3, eBook AndreBuchVerlag 2011)

(ohne Fußnoten, bei Worterklärungsbedarf bitte bei Wikipedia recherchieren!)

















































































Glück und wahre Erfüllung

Erstellt von: Martin in Community Blog

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Martin

Das neue Jahr 2012 hat gerade begonnen, und wir sind voller guter Vorsätze! Das Alte haben wir abgelegt und machen uns nun dafür frei, Räume zu öffnen, um unseren Träumen und Wünschen wieder ein Stück näher zu kommen. Doch was macht eigentlich wirkliches Glück aus? Wie können wir uns in unserem Leben zur vollkommenen Entfaltung bringen, unser Höchstes Potenzial finden und leben, Freiheit, Enthusiasmus, Begeisterung und die totale Erfüllung erreichen?

Wenn Dein Leben bislang "funktioniert" hat, so hast Du Dir über diese Fragen vermutlich noch nicht so viele Gedanken gemacht. Wenn Du aber auch zu den Menschen gehörst, die die eine oder andere Lebenskrise hinter sich gebracht haben, dann wirst Du ebenso wie ich nach dem wirklichen Sinn hinter dem Leben gesucht haben.

Mein Weg führte 1995 über eine Krebserkrankung, und damals war es Dr. Joseph Murphy ("Die Macht Ihres Unterbewusstseins"), der mir den ersten Impuls gab, über die Macht des Geistes, die Kraft unserer Gedanken nachzudenken. Danach kamen "Die Prophezeiungen von Celestine", und viele andere. Besonders inspiriert haben mich seitdem die "Gespräche mit Gott"-Bücher von Neale Donald Walsch. Diese Bücher sowie viele Seminare, die ich selbst bei Bärbel Mohr ("Bestellungen beim Universum"), Luna Müller ("Transzendenz-Prozess") und Fred Herbst, einem Schüler von Erhard Freitag besucht habe, zeigten mir, dass es viel mehr als nur um die Macht unserer Gedanken geht: Es geht um die Erfahrung unseres Selbst!


Vergleich

Erstellt von: Arafna in Community Blog

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Arafna

 

Vergleiche bringen Minderwertigkeits- oder Überlegenheitsgefühle. Wenn du nicht vergleichst, verschwindet Unterlegenheit und Überlegenheit. Dann bist du nur; du bist einfach da.
Ein kleiner Busch oder ein großer, hoher Baum es spielt keine Rolle.
Du bist du. Du wirst gebraucht. Ein Grashalm wird ebenso gebraucht wie der größte Stern. Der Ruf des Kuckucks wird ebenso gebraucht ;
die Welt wäre weniger, wäre weniger reich, wenn dieser Kuckuck nicht wäre.

Schau dich um. Alles wird gebraucht, und alles paßt zusammen. Es ist eine organische Einheit. Niemand ist höher, niemand ist tiefer, niemand überlegen, niemand unterlegen.
Jeder ist unvergleichlich und einzigartig.

Wer hat dir gesagt, daß ein Bambus schöner als eine Eiche ist oder eine Eiche wertvoller als ein Bambus? Möchte die Eiche einen hohlen Stamm haben oder beneidet der Bambus die Eiche, weil sie größer ist und ihre Blätter im Herbst die Farbe wechseln?
Die bloße Idee, daß sich zwei Bäume miteinander vergleichen, ist lächerlich. Aber wir Menschen haben es uns zur Gewohnheit gemacht, die wir nur schwer ablegen können.
Seien wir ehrlich: Es gibt immer Leute, die schöner, begabter, stärker, intelligenter oder scheinbar glücklicher sind als du. Und umgekehrt gibt es auch immer Leute, die in irgendeiner Beziehung weniger gesegnet sind als du. Um herauszufinden, wer du bist, brauchst du dich nicht mit anderen vergleichen. Prüfe, ob du auf deine einzigartige Weise dein Potential optimal erfüllst.










Liebe Leserinnen und Leser, die Reise zu den Sternen geht weiter :-) in diesem Roman liegt ein grosses Geheimnis verborgen....Kapitel 6 Die Wolke: "Alles fügt sich in wundersamer Weise zusammen." murmelt das Sternchen zufrieden. Die Wolke schaukelt ein bisschen hin und her. Die Fahrt wird etwas rasanter. Die Turbulenzen nehmen zu. "Haltet euch an mir fest, es kann etwas ungemütlich werden. Hier findet ein Treffen der Cumuluswolken statt. Ziemlich eng ist es hier. Es kann sein, dass wir einander ungewollt rammen. Deshalb schaukelt es." Nach ein paar heftigen Turbulenzen ist die Aufregung vorbei. In friedlicher Stille schweben sie durch die klare Luft.
"Das Glühwürmchen streckt neugierig seinen Kopf aus der Wolke heraus. Im ersten Moment erschrickt es über die enorme Höhe, in welcher sie sich befinden.
"Die Häuser sind nur noch als kleine Punkte zu erkennen. Es scheint alles sehr weit entfernt zu sein. Einzig die kräftigen Farben der gesamten, vielfältigen Natur sind noch deutlich erkennbar. Es ist unbeschreiblich schön!" ruft es glücklich in Richtung Erde hinab.
Sobald es sich wieder an seinen Platz gesetzt hat, erzählt die Wolke ein weiteres kleines Geheimnis.
"Sobald die Temperaturen sehr tief sind, gefrieren wir als winzige Eiskristalle. Wir sind dann in Form von Nadeln, Plättchen oder Schneesternen zu erkennen!" verrät sie mit stolzer Stimme.
"Oh, Schneesterne?!" ruft das Glühwürmchen begeistert.
"Ich habe noch nie einen Schneestern gesehen. Es muss ein wunderschöner Anblick sein? Hoffentlich darf ich einmal einem Schneestern begegnen. Vielleicht ist dies mein nächster Traum. Im Moment habe ich das Sternchen Lilablassblau an meiner Seite. Darüber bin ich sehr glücklich. Mit ihm werde ich zu den Sternen im Himmelsfirmament reisen. Ich werde versuchen, herauszufinden, wie es im Inneren eines Sternes ist. Ich freue mich darauf, zu sehen, welche Wesen in einem Stern leben?" sagt es aufgeregt.
Die Wolke bewundert diesen enormen Wissensdrang. "Schön, dass ihr bei mir auf Besuch wart. Ich wünsche euch viel Spass bei der spannenden Reise. Seid vorsichtig, es werden noch viele Ueberraschungen auf euch zukommen. Die erste Hürde habt ihr bereits überwunden. bald werde ich mich in vielen Regentropfen auflösen und die Blumen zum erblühen bringen. Damit ihre Farben die Menschenherzen in seiner unendlichen Tiefe erfreuen." sagt die Wolke zufrieden.
Das Sternchen setzt sich wieder auf die Schulter seiner Freundin. Das Glühwürmchen breitet siene Flügel schützend über Lilablassblau aus. Zögernd verabschieden sie sich. Vorsichtig streckt das Glühwürmchen seinen Kopf aus der Wolke. Die Nacht ist bereits herein gebrochen. Die Sterne funkeln am Abendhimmel um die Wette.
"Sie warten auf uns!" ruft es glücklich ins Universum.
Mit kräftigen Flügelschlägen verlässt es das schützende Innere der Cumuluswolke, um seinem immer wie näher rückenden Traum entgegen zu fliegen.
"Er ist zum Greifen nah!" jubelt es in das Universum.
Das Sternchen unter dem Flügel strahlt glücklich.
"Bald bin ich Zuhause!"

Kapitel 7 Der Mond:
Unermüdlich fliegt das Leuchtkäferchen an den vielen Cumuluswolken vorbei. Immer wie höher hinauf, seinem Traum entgegen. Die Wolken sehen ihm verwundert nach. Sein immenses Leuchten wird mit jedem Meter, den es an Höhe zurücklegt, intensiver.
"Wahrscheinlich schenkt es uns, sobald es sein Ziel bei den golden funkelnden Sternen erreicht, dasselbe intensive Strahlen, wie die Sterne dies bereits tun?!" überlegt sich die Wolke.
"Schön zu wissen, dass es auf dem Weg zu seinem Innersten ist. Es wird vielen Lebewesen auf der blauen Erdenkugel mit diesen Erkenntnissen Gutes tun...."

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Ich wünsche allen einen wundervollen Uebergang ins 2012 - mögen sich alle DEINE Träume erfüllen!!!   alles Liebe :-)



Liebe Leserinnen und Leser, vielen DANK dass ihr so zahlreich (bald ist die 400er Marke geknackt ;-) der Reise des Glühwürmchens und somit der Reise in die HERZEN dieser Welt folgt...
Kapitel 6 Die Wolke: ...Das Glühwürmchen fühlt sich bei diesen netten Worten etwas beruhigt. Es freut sich darauf, von der Wolke mehr über das Wolkendasein zu erfahren.
"Wir sind für die Temperaturen an der Erdoberfläche von grosser Bedeutung! In der Sonne leuchten die tiefer liegenden Wolken weiss. Diese Reflektierung strahlen wir in den Weltraum hinaus. Dies führt zu einer Abkühlung an der Erdoberfläche."
"Oh, du hast eine wichtige Aufgabe zu erfüllen?"
"Alles im Universum hat seine Bedeutung! Wir haben noch viel mehr zu tun, als uns dies bewusst ist. Die dünnen, hohen Eiswolken führen zu einer Erwärmung, weil sie für die Sonnenstrahlen durchlässig sind. Die Wärmestrahlung reflektiert zur Erde zurück." verrät die Wolke stolz den Besuchern.
Das Glühwürmchen benötigt einen Moment, um die vielen Neuigkeiten zu verdauen. Dort, wo es normalerweise lebt, ist es ziemlich ruhig. Alles verläuft in gewohntem Gang. Hier geschieht so vieles auf einmal, dass es zwischendurch einen Moment der Ruhe braucht, um seine Gedanken neu zu ordnen. Es sieht sich im Inneren der Wolke genauer um. Auf der rechten Seite ist eine leichte Erhöhung zu sehen. Wie bei einer Wiese, die schräg nach oben empor führt. Als es hinauf sieht, entdeckt es am oberen Rand eine Familie, die gemütlich bei einem Picknick beisammen sitzt. Das Wolkengebilde vermittelt einen friedlichen Eindruck. Ein Gefühl der tiefen Zufriedenheit umgibt diesen besonderen Platz.
"Es erweckt den Anschein, dass diese Familie einen Zwischenhalt einlegt, so wie wir es tun? Wohin geht ihre Reise?" denkt es überrascht.
Das Sternchen lächelt über den verdutzten Gesichtsausdruck seiner Freundin.
Die Wolke möchte ihre Schilderungen rasch zu Ende führen. Bald beginnt es zu regnen. Dies ist der Moment, wo sie sich für eine neue Aufgabe verändern wird. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, um alles zu erklären.
"Wie ihr bemerkt, ist unser Weiss in unterschiedlichen Stärken vorhanden. Je mehr Regentröpfchen es sind, umso heller erscheinen wir. Damit wir auf die Erde fallen können, müssen wir eine gewisse Grösse erreichen. So lange dies nicht geschieht, bleiben wir als Wolke am Himmel ersichtlich. Somit wird unser Leben als Wolke verlängert, doch dasjenige der Blumen verkürzt. Eine schöne Aufgabe, als Regentropfen diesen erfüllenden Weg anzutreten. Die Blumen danken es uns mit ihrer farbenprächtigen Blütenpracht. wir haben somit unseren Teil zur Verschönerung der Erde und ihrer Naturwunder beigetragen. Es gibt unserem Dasein einen Sinn. Dieses Wissen erfüllt uns mit Stolz! Jedes Wesen auf dieser Erde besitzt seinen eigenen Sinn."
Das Glühwürmchen ist erstaunt über diesen wohldurchdachten Kreislauf der Natur.
"Alles fügt sich in wundersamer Weise zu einem Ganzen zusammen." murmelt das Sternchen zufrieden.

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Einen schönen Tag mit vielen Wundern :-)


 

Man sagt die Sprache des Herzens kann jeder verstehen,

doch die wenigsten können sie noch sprechen.


Liebe Leserinnen und Leser, euch allen einen schönen zweiten Weihnachtstag und viel Freude beim Weiterflug mit dem Glühwürmchen in Richtung All.
Kapitl 6 Die Wolke: ...Selten gelingt einem Erdenwesen der Zugang in das Innere einer Wolke. "Euer Strahlen zeigt mir, dass es wichtig ist, mein Wolkeninneres zu öffnen. Mit was kann ich euch behilflich sein?" fragt die Wolke freundlich.
Ein Gesicht vermögen die beiden Reisenden nicht zu erkennen. Die netten Wolkenworte sind jedoch deutlich zu vernehmen. Das Glühwürmchen geniesst es, diese schützende Hülle um sich zu haben.
"Erstaunlich, wie viele Wolken es gibt. Wie entsteht ihr?" möchte es erfahren.
"Es scheint mir, dass du viel vom Leben erfahren möchtest? Gerne werde ich es dir erzählen. Damit wir entstehen, muss die Luft mit Feuchtigkeit gesättigt sein. Steigende Luft kühlt sich ab, es bilden sich somit winzige Wassertröpfchen. Viele Tausende solcher Tröpfchen werden als Wolche sichtbar."
"Würde es euch nicht geben, hätten wir dauernd Regen!" murmelt das Glühwürmchen erstaunt.
"Wie ist dein Name?" fragt es die Wolke scheu.
"Ich bin die Cumuluswolke. Es gibt mehrere Sorten von uns, mit vielen lustigen Namen. Sie nennen sich Stratocumulus, Altocumulus, Cirrus, Nimbostratus, Altostratus, Stratus, Cirrocumulus, Cumulushum, Cumulonimbus und so weiter." kichert die Wolke.
"Diese Namen klingen etwas seltsam für mich." antwortet das Glühwürmchen ziemlich überrascht.
"Möchtest du noch mehr über uns erfahren?" fragt die Wolke lächelnd.
Das Sternchen sitzt schmunzelnd im weichen Inneren des Wolkengebildes. Im Gegensatz zu dem Erdenwesen ist es bereits einiges an Ueberraschungen gewohnt.
"Mein Zuhause ist derart ungewöhnlich, dass mich nicht mehr viel in Erstaunen versetzen kann. Ganz im Gegenteil! Das Glühwürmchen wird jedoch einiges zu verarbeiten haben. Sobald es zum Marienkäferchen zurück fliegt, weiss es vieles zu berichten. Bis dahin ist es ein weiter Weg. Nie mehr wird es dasselbe Wesen sein, welches es noch vor wenigen Stunden war. Jedes Wesen verändert sich mit jeder Sekunde. Viele wollen dies nicht wahrhaben. Einige haben jedoch Glück. Sie werden durch ein gravierendes Ereignis wach gerüttelt. Erkennen, dass es im Leben wichtigeres gibt, als mit dem Strom mit zu schwim-men. Für jedes Wesen gibt es eine Aufgabe auf dieser Erde! Die Kunst liegt darin, diese Aufgabe heraus zu finden." sagt das Sternchen mit wissender Stimme.
Die Wolke dreht sich ein wenig zur Seite. Die seltenen Gäste fühlen sich federleicht. Sie spüren, wie sie mit der Wolke durch die Luft schweben.
"Während wir uns in dem Wolkeninneren eine kleine Pause gönnen, wird die Reise nebenbei fortgesetzt." denkt das Glühwürmchen schläfrig.
"Derart rasch kann sich alles verändern. Auf einmal bist du an einem anderen Ort. Bevor du überhaupt die Zeit hattest zu realisieren, dass du einen neuen Weg eingeschlagen hast. Die Ereignisse überschlagen sich. Zum Ueberlegen bleibt keine Zeit. Die Gelegenheit rasch am Schopfe zu packen ist äusserst wichtig. Bevor du zu lange hin und her überlegst und dich der Mut zu einem solch ungewissen Schritt verlässt. Mit jedem Jahr das vergeht, schleicht sich der Mut auf leisen Sohlen davon. Nie ist es jedoch zu spät, um alles auf den Kopf zu stellen. Um NEU zu beginnen! Deiner inneren Stimme zu folgen, mit dem Wissen, dass dies ein Teil deines Lebens ist, deinen eigenen Weg zu gehen. Jedes Wesen dieser Welt hat ein Recht darauf, glücklich zu sein!" sagt das Sternchen Lilablassblau zu seiner mutigen Retterin dem abenteuerlustigen Glühwürmchen.
"Indem du versuchts, mich in das Universum zurück zu bringen, obwohl du nicht wissen kannst, wie es für dich ausgehen wird, braucht es sehr viel Mut und Vertrauen. Eines Tages wirst du dafür belohnt werden! Deine kühnsten Träume erfüllen sich!"

Copyright by Verlag Madlinger Liebe Leserinnen und Leser, euch allen einen schönen, zweiten Weihnachtstag!


Liebe Leserinnen und Leser, ein herzliches Dankeschön an alle, die "Universum" lesen :-) eigentlich wollte ich nur nachsehen, ob der 300 ste Leser eingetroffen ist, es fehlten noch drei :-) und was entdecke ich, mit einem Male sind es 349 die mit dem Glühwürmchen ins All reisen....vielen, vielen Dank dafür - die Inspiration steigt ins Unvermessliche!!! Kapitel 5 Die Reise:  "Viel zu wenige nehmen ihr Leben selbst in die Hand. Die grösste Herausforderung im Leben besteht darin, heraus zu finden, welche Aufgabe auf der Erde zu erfüllen ist? Sobald du sie erkennst, bist du der glücklichste Mensch auf Erden!" sagt es zufrieden.
"Vielleicht muss es so sein, dass genau die Wesen aufeinander treffen, die sich gegenseitig ihren Träumen näher bringen?" murmelt das mutige Glühwürmchen mit nachdenklicher Stimme.
"In meinem Leben ist es schon oft geschehen, dass ich dachte, es sei ein Zufall? Bis ich bemerkte, dass sich alles Vorgefallene auf wundersame Weise ineinander fügte. Wie bei einem Puzzle, Stück für Stück fügt sich dein Leben zu einem Gesamtkunstwerk zusammen. Als wäre der Lebensplan bereits vorbestimmt? Obwohl wir oft denken, wir seien die treibende Kraft, liegt diese in einer anderen Macht. Wichtig ist, dass wir diese Zeichen verstehen. So wird für jedes einzelne Wesen alles zum Besten zusammen gefügt. Bis das Puzzle des Lebens, deines Lebens vollständig ist!" antwortet das Sternchen wissend.
"Woher weisst du dies alles?" "Wir Sterne sind dem Himmel so nahe wie niemand sonst. Deshalb ist es mir möglich, dir dieses Wissen zu verraten. Behüte es gut - bewahre es in deinem Herzen!"
Das Glühwürmchen fliegt schweigend durch die Nacht, immer wie höher hinauf.
"Als würde mir das Sternchen die nötige Kraft für diesen Weg schenken? Bisher war es mir nie möglich, derart hoch hinauf zu fliegen. Das heisst, ich habe es gar nie versucht, weil ich dachte, es gäbe eine Grenze. Die Grenze war jedoch nur in meinem eigenen Denken vorhanden, dabei existiert sie gar nicht!" sagt es in überraschtem Ton. Bisher war es ihn nicht so deutlich bewusst, dass es denselben Weg gegangen ist, den viele beschreiten.
"Die meisten Lebewesen folgen einem Weg, der nicht der Ihre ist. Es braucht viel, viel Mut, um sich dies vor Augen zu führen. Um alles bisherige zu verändern." sagt es erschrocken über diese etwas späte, jedoch äusserst wichtige Erkenntnis.
Ueberrascht bemerkt es die ersten Wolken.
"Am besten ist, wir ruhen uns auf einer der Wolken aus!" sagt das Sternchen Lilablassblau.
"Auf einer Wolke?"
"Ja, es ist wundervoll, sich in einer Wolke aufzuhalten. Versuche es, sonst erfährst du nie, ob es überhaupt möglich ist, in ihr Inneres zu gelangen und wie es darin wohl ist?!" ruft das Sternchen in aufmunterndem Ton.
Das Glühwürmchen ist dermassen überrascht über den Vorschlag, dass der Flug ziemlich holperig wird. Es schwankt hin und her. Das Sternchen befürchtet bereits, dass sie erneut frühzeitig auf der Erde landen.
Sobald es sich eine schöne, weisse, nicht zu grosse Wolke ausgesucht hat, schliesst es seine Augen und fliegt blindlings darauf zu. Vor der dicken Wolkenwand zum Stillstand gekom-men, rumpelt es ein wenig. Gespannt wartet es darauf, was als Nächstes geschieht. Mit staunenden Augen sieht es, wie sich eine kleine Stelle der Wolkenwand wie von Zauberhand öffnet. Als würde mit einer unsichtbaren Hand ein Vorhang zur Seite geschoben werden? Aehnlich sobald sich die Türe zu einen enormen Geheimnis öffnet. Langsam fliegt es durch die Oeffnung hindurch. Eine angenehme Stille umgibt die Beiden.
"Sieh nur, wir sind in flauschige Wolkenwatte eingepackt. Ein Gefühl, als würde ich mitten in einem Traum schweben, zwischen Realität und Vision. Nur das dies die Realität ist. Eine unglaubliche Stille verbreitet sich hier drinnen." Im Inneren der Wolke setzt es sich müde auf den weichen Boden. Das Sternchen Lilablass-blau setzt sich zufrieden daneben.
Mit einem glücklichen Lächeln schliessen sie ihre müden Augen. In der friedlichen Stille, von welcher sie ungeben sind, geniessen sie diese einzigartigen, weichen, luftigen Wolken-polster. Eine angenehme, erfrischende Kühle umgibt die ungewöhnlichen Freunde. Friedlich dösen sie vor sich hin. Umgeben von einer zarten, flauschigen, wohlriechenden Wolken-hülle.

Kaptiel 6 Die Wolke:  Die Wolke freut sich über die unverhofften Gäste...

Copyright by Verlag Madlinger (Universum 2004)

Liebe Leserinnen und Leser, euch allen eine wunderschöne Weihnachten mit vielen Wundern und dass sich alle eure Träume erfüllen mögen!






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