Gefühle sind wichtig

Erstellt von: Arafna in Community Blog

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Arafna

 

Gefühle sind wichtig, besonders wichtig ist es, sie zu zeigen.

Viel zu oft laufen wir Menschen vor unseren Gefühlen davon...

[Scheuklappen]

 

 

Ein Mann sitzt am Tränenmeer.

Er weint.

Sie sagt ihm, das er aufhören soll zu weinen.

Sie möchte, das er für sie lächelt.

Er wischt sich die Tränen weg.

Er lächelt.

[Unterdrückung]

 

 

Sie lächelt zurück

 

Monument der Stille.

 

Er atmet schwer.

 

Sie liebäugelt ihn mit ihren Augäpfeln.

Er liebäugelt zurück,

doch innerlich weint er weiter.

 

 

Gefühle gehören zu uns und unserem Leben. Im Alltag neigen wir allerdings dazu, unsere Gefühle zu unterdrücken und zu verheimlichen. Selbst im Privatleben erlauben wir uns oft nicht, Gefühle auszuleben. Die meisten haben damit schlechte Erfahrungen gemacht – wir wurden z.B. als Kinder geschimpft und gemaßregelt, haben vielleicht andere durch Gefühlsausbrüche verletzt oder erlebten Gefühle vor allem als schmerzhaft. Und so tragen viele Menschen Masken, hinter denen Emotionen und Empfindungen jeder Art gut verborgen werden.

Wenn wir unsere Gefühle ständig unterdrücken, schneiden wir uns von einem ganz wesentlichen Teil von uns selbst ab. So sinnvoll es oft ist, die eigenen Gefühle kontrollieren zu können, so wichtig ist es auch, sich hin und wieder auf die Entdeckungsreise zu ihnen zu machen.

 

 

Gefühle zeigen ist wichtig

Gewöhnlich lernen wir in unserer frühen Kindheit am Beispiel unserer Eltern oder nahen Bezugspersonen, wie man Gefühle zeigt und auf die Gefühle anderer reagiert. Wir ahmen z.B. nach, wie sie uns trösten. An unserer Puppe oder dem Teddy erproben wir es dann. Unsere Eltern zeigen uns durch ihre Körpersprache und durch Worte, wenn es ihnen schlecht geht. Sie vermitteln uns, wie man Liebe ausdrückt und Nähe zeigt. Sie benennen auch unsere Gefühle, sodass wir lernen, wie sich Wut, Angst, Ekel oder Freude anfühlen.

Eine Klientin erzählt:
Ich bin im Augenblick sehr verzweifelt, weil mein Partner mich verlassen hat. Er begründet dies damit, dass ich nicht fähig bin, Gefühle zu zeigen, d.h. dass ich ihm nicht anmerke, wenn es ihm nicht gut geht, und ihn dann nicht in den Arm nehme und tröste. Er hat leider Recht damit; ich habe nicht gelernt, Gefühle zu zeigen. Ich wurde von meinen Eltern nie in den Arm genommen. Wie kann man das als Erwachsener lernen?

Ich habe ihr geantwortet:
Unsere Eltern haben ihre eigene Lebensgeschichte und lernen wiederum durch ihre Eltern. So konnten Ihre Eltern Ihnen leider nicht viel darüber zeigen, wie man Liebe ausdrückt. Die meisten Menschen können sich jedoch darin trainieren, sich in andere einzufühlen. Psychotherapeuten z.B. lernen dies in der Therapieausbildung. Wenn Sie allerdings bisher nur von Ihrem Freund die Rückmeldung bekommen haben, dass Sie zu wenig Gefühle zeigen, könnte es auch daran liegen, dass er an diesem Punkt besonders viel erwartet.

Wenn Sie lernen wollen, mehr Gefühle auszudrücken, dann beginnen Sie am besten bei sich selbst. Hören Sie besonders aufmerksam in sich hinein, was Sie wann benötigen für Ihr Wohlbefinden. Behandeln Sie ihren Körper liebevoll, cremen Sie ihn z.B. zärtlich ein.

Damit Sie die Bedürfnisse eines anderen besser erkennen können, nehmen Sie ab und zu bewusst dessen Körperhaltung ein. Wenn Sie sich so bewegen, so atmen, dieselbe Mimik haben wie er, werden Sie auch spüren können, wie es ihm geht.

Sie könnten z.B. auch am Improvisationstheater teilnehmen. Dort lernen Sie, Gefühle auszudrücken und wie sich Gefühle bei den anderen äußern. Und natürlich ist es hilfreich, Ihren Partner zu fragen, was er braucht, um sich geliebt zu fühlen. Dann müssen Sie dies nur umsetzen. Schreiben Sie es sich quasi auf den Stundenplan. Auch wenn es anfangs eine Pflichtübung für Sie ist, mit der Zeit wird es Ihnen selbst gut tun.

Gefühle zeigen macht sympathisch und schafft Nähe

Viele Menschen tun sich, insbesondere im Berufsleben, schwer, ihre Gefühle zuzulassen, geschweige denn, diese zu zeigen oder darüber zu sprechen. Sie empfinden Emotionen eher als Störfaktor.

Die Fähigkeit, Gefühle zu zeigen und auszudrücken, ist jedoch sehr wichtig - auch im Berufsleben. Wenn wir unsere Emotionen unterdrücken und immer nur cool sein wollen, dann wirken wir auf andere kalt, kontrolliert, unnahbar, undurchschaubar und leidenschaftslos. Das fördert nicht gerade die (Geschäfts)Beziehung.

Emotionale Nähe und eine Beziehung zu anderen aufbauen können wir nur, wenn wir Gefühle zeigen - auch im Berufsleben, in dem wir es mit Mitarbeitern und Kunden zu tun haben.

Dies trifft im Berufleben insbesondere auf Bewerbungs- und Verkaufsgespräche zu. Zeigen wir hier keine Gefühle, dann wirken wir auf andere nicht authentisch und wer nicht authentisch ist, kann auch nicht überzeugen. Hinzukommt, dass andere uns nicht einschätzen können, wenn wir keine Emotionen zeigen und uns deshalb eher mit Misstrauen begegnen. Misstrauen jedoch ist das größte Gift für jede Beziehung - ob diese beruflicher oder privater Natur ist.

Hinzukommt: wenn wir vermeiden wollen, dass andere sehen, wie wir uns fühlen, wenn wir also z.B. unsere Nervosität und Aufregung in einem Bewerbungsgespräch verbergen, dann verkrampfen wir uns, sind angespannt und kommen deshalb nicht überzeugend rüber. Zeigen wir unsere Nervosität jedoch, können wir Pluspunkte sammeln, da wir offen und menschlich wirken und das ist im Privat- wie auch im Berufsleben wichtig.

Haben Sie also den Mut, mehr von sich zu zeigen - Gefühle gehören zum Menschsein und machen menschlich. Ohne Gefühle wirken Sie wie ein seelenloser und mechanischer Roboter.

 

 

[unterschiedliche quellen]

 

alles liebe

Kommentare (2)Add Comment
Uta
...
geschrieben von Uta, Dezember 21, 2011
Danke Stefan, ein sehr guter Beitrag. Dass es auch im Berufsleben positiv und förderlich ist, Gefühle zu zeigen, hätte ich nicht gedacht - aber wie du es hier beschrieben hast, klingt es sehr einleuchtend! Vielleicht ist dies ein Schlüssel für mich ganz persönlich. Und die Idee mit dem Iprovisationstheater als "Schule" des sozialen Lebens ist klasse! Habe Lust bekommen so etwas mal auszuprobieren...
Ganz herzlichen Dank dass du deine Gedanken und Impulse mit uns teilst! Deine Beiträge hinterlassen Spuren in mir in uns in der Welt im Universum...
Arafna
...
geschrieben von Arafna, Dezember 21, 2011
danke Uta smilies/smiley.gif

im Grunde hab ich mich heut nur Kopflos ausm Bauch heraus durchs Web und ein paar gespeicherte Dateien von mir gewühlt, einfach so ohne nachzudenken und das dann hier mal zusammen kopiert smilies/smiley.gif

ist ein Thema das mich immer wieder sehr bewegt...

sind wir doch in unserer industrialisierten Gesellschafft leider viel zu oft wie Gefühlslose Arbeitseinheiten und bemerken das garnicht mehr, weil es schon so normal scheint eher wie eine Maschine zu handeln, die Datenbefehlen folgt anstatt wirklich menschlich zu handeln, eben nach Gefühl aus dem Herzen und das dann auch offen zeigen

es freud mich wenn es anderen auch etwas bringt smilies/smiley.gif

kann garnicht soviel wasser saufen, wie vor Glück und Dankbarkeit beim heulen aus mir rausläuft in den letzten Wochen *lach*heul*lach*

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