| Beitragsseiten |
|---|
| 2. Reflexion: Erweiterung unseres Bewußtseins |
| Der eindeutige Konsens.. |
| Konsequenzen und Folgen |
| Alle Seiten |
Wir Menschen der heutigen Zeit müssen lernen zu verstehen, wie sich die alltägliche Weltsicht entwickelt hat, wie sie durch die Realität der Menschen die vor uns lebten, entstanden ist. Es hat tausend Jahre gebraucht, unseren modernen Standpunkt zu entwickeln und um zu verstehen, wo genau wir heute stehen, müssten wir uns eigentlich in das Jahr 1000 zurückversetzen und dann von dort ausgehend durch das gesamte Jahrtausend vorwärts schreiten.
Stellen wir uns einmal vor, im Jahr 1000 zu leben, in einer Zeit die wir „das Mittelalter" nennen. Das erste, das wir uns vergegenwärtigen müssen, ist der enorme Einfluss der katholischen Kirche und ihrer mächtigen Vertreter auf die Wahrnehmung der Realität dieser Zeit. Begünstigt durch ihre Position, hatten diese Männer einen gewaltigen Einfluss darauf, was die Bevölkerung dachte und wie sie handelte. Und die Welt die diese Kleriker als Realität vorgaben, war vor allen anderen Dingen eine spirituelle. Sie erzeugten eine Wirklichkeit, die ihre Auffassung von Gottes Vorsehung für die Menschheit ins Zentrum des damaligen Lebens rückte. So war es die Gewissheit für jedermann, für immer auf den angeborenen Stand beschränkt zu werden, Bauer oder Aristokrat. Aber vollkommen unabhängig von der eigenen Standeszugehörigkeit oder davon, welcher Tätigkeit jemand nachgeht, ist bald zu bemerken, dass die eigene soziale Stellung im Vergleich zu der von den Klerikern definierten spirituellen Realität nur sekundär ist.
Es geht im Leben dieser Zeit scheinbar darum, eine Art spirituellen Test zu absolvieren. Die Kleriker behaupten, dass Gott die Menschheit aus einem einzigen Grund zum Mittelpunkt des gesamten Universums gemacht habe, um entweder:
Und in diesem Prozess ist die eigene korrekte Wahl zwischen zwei sich diametral gegenüberstehenden Kräften zu treffen:
Genau genommen ist der einzelne als einfaches Individuum gar nicht in der Lage, seinen Status in dieser Angelegenheit selbst zu bestimmen. Dies ist das Vorrecht der Kleriker, deren Aufgabe es ist, die Schriften zu deuten und über jeden Schritt des einzelnen zu richten, darüber zu urteilen, ob er im Einklang mit Gott geschieht oder ob sich das betroffene Individuum vom Satan habe täuschen lassen. Nur wenn das einzelne Individuum den Anweisungen der Kleriker folgt, kann es auf ein sorgenfreies Leben nach dem Tod hoffen. Doch wehe es gelingt ihm nicht, dem schmalen Pfad der Vorschriften zu folgen, dann, nun , dann folgen eben Exkommunizierung und ewige Verdammnis.
Das Manuskript spricht davon, wie wichtig es sei zu verstehen, dass jeder Aspekt der mittelalterlichen Welt durch die Begrifflichkeiten des Überirdischen bestimmt wurde. Jede Erscheinung des Lebens - vom zufälligen Gewittersturm oder Erdbeben bis hin zur guten Ernte oder dem Tod eines geliebten Menschen - wurde durch den Willen Gottes oder die Böswilligkeit des Teufels definiert. Es existierte kein Konzept über die wahre Natur von Phänomenen wie Wetter oder geologischen Kräften, von Gartenbaukunst oder Krankheit. Das kam alles erst viel später. Im Augenblick jedoch schenkt der einzelne nur den Klerikern Glauben; Seine Welt wird einzig durch das Vorhandensein einer spirituellen Realität bestimmt.
Stellen wir uns nun einmal vor, dass diese Realität langsam abbröckelt und sich auflöst.
Die Weltsicht des Mittelalters, welche auch die des einzelnen Individuums ist, beginnt sich im 14. und 15. Jahrhundert aufzulösen. Zunächst fallen bestimmte Unrechtmäßigkeiten im Verhalten der Kleriker selbst auf, sie verletzen heimlich das Keuschheitsgelübde, akzeptieren Bestechungsgelder wenn Angehörige der Aristokratie oder der Regierung die Gebote der Bibel verletzen, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Durch derartiges Fehlverhalten wird der einzelne natürlich alarmiert, denn in seinen Augen sind die Vertreter der Kirche die einzige Verbindung zwischen sich und Gott. Es darf dabei nicht vergessen werden, die Kleriker sind die einzigen Deuter der Schriften, die Schiedsrichter der Erlösung jedes einzelnen.
Und mit einem Mal steht das einzelne Individuum inmitten einer Rebellion. Eine vom Martin Luther geführte Gruppe verlangt die vollkommene Trennung von der päpstlichen Kirche. Die Gruppe behauptet, die Kleriker seien korrupt, und verlangt nach dem Ende der Herrschaft der Kirche über das Gedankengut der Menschen. Neue Kirchen werden auf der Grundlage einer Idee gegründet, die besagt, dass jeder Bürger persönlichen Zugang zu den Schriften haben soll und ohne Mittelsmänner für sich interpretieren darf.
Während der einzelne diesem Treiben fassungslos zusieht, glückt die Rebellion. Die Kleriker verlieren an Einfluss. Seit Jahrhunderten definierten diese Leute die Realität, und nun verlieren sie vor jedermanns Augen ihre Glaubwürdigkeit.
Sei auch mit dabei und melde Dich gleich in der Gruppe "Celestine-Online-Seminar" an! Anmeldung ist jederzeit möglich.