a. Sobald wir die richtige Frage stellen, werden wir die Achte Erkenntnis erhalten.
Wir sollten danach trachten uns nur durch die Wahrnehmung des absoluten Schönen und Liebevollen leiten zu lassen. Menschen und Orte, die Antworten bereithalten, werden uns leuchtender und attraktiver erscheinen und jene Liebe ausstrahlen, wie wir sie bereits aus unseren "Mystischen Erfahrungen" kennen.
Die Achte Erkenntnis spricht davon, dass wir lernen müssen, dass alle Antworten, die uns auf scheinbar mysteriöse Weise erreichen, in Wirklichkeit von anderen Menschen stammen. Haben wir nicht bereits viele Antworten in unserem Leben durch die Begegnung mit anderen Menschen erhalten ? Auch das Manuskript wurde von einem Menschen geschrieben. Aber nicht alle Menschen, denen wir begegnen, verfügen über die Energie oder die Klarheit, uns ihre Botschaft zu enthüllen. Wir müssen ihnen helfen, indem wir ihnen Energie abgeben. Wir haben gelernt Energie auf Pflanzen zu projizieren, indem wir uns auf ihre Schönheit konzentriert haben. Nun das gleiche funktioniert auch bei Menschen. Jeder Mensch hat etwas Schönes an sich, jeder Mensch trägt den göttlichen Funken in sich. Es liegt an uns dies zu erkennen und im anderen Menschen zu sehen, uns darauf zu konzentrieren. Durch unser eigenes Beispiel angeleitet, werden wir sodann von anderen Menschen in ebensolcher Weise betrachtet werden. Wenn sie unsere Energie aufnehmen, so erleichtert ihnen das, die Wahrheit zu erkennen. Diese erkannte Wahrheit können sie sodann an uns weitergeben.
b. Die Achte Erkenntnis behandelt auch die Frage, wie Menschen sich untereinander verhalten. Sie warnt uns auch davor unser persönliches Wachstum aufzugeben.
Sobald es jemandem gelungen ist, sich ein wenig Klarheit über den eigenen Weg zu verschaffen und die eigene Entwicklung voranzutreiben, geschieht es häufig, dass die Sucht nach einem anderen Menschen diesen Prozess wieder stoppt.
Wir sollten daher unbedingt danach trachten nicht nach anderen Menschen und ihrer Energie süchtig zu werden, sondern unsere benötigte Energie aus der uns mittlerweile bekannten alternativen Energiequelle schöpfen, welche allen Menschen jederzeit und uneingeschränkt zur Verfügung steht.
Wichtig ist jedoch auch darauf zu achten, dass wir andere Menschen nicht bewusst nach uns süchtig machen. Dies liegt, wenn es uns bewusst wird, in der Verantwortung jedes Einzelnen.
c. Die Achte Erkenntnis handelt weiters von der Anwendung der Energie im Umgang mit anderen Menschen und beginnt beim Umgang mit Kindern.
Sie gibt uns Informationen darüber, als was wir Kinder sehen sollen. Wir sollen Kinder als das sehen was sie sind:
Um sich entwickeln zu können, bedürfen Kinder unserer konstanten und bedingungslosen Aufmerksamkeit. Das Schlimmste, was man mit Kindern anstellen kann ist, ihnen die Energie abzuziehen, indem man sie fortwährend korrigiert. Dadurch werden Kontroll-Dramen geschaffen, wie wir ja bereits wissen. Diese erlernten Manipulationen von Seiten des Kindes können vermieden werden, indem wir Erwachsenen ihnen die benötigte Energie zur Verfügung stellen, egal in welcher Situation. Deshalb sollten Kinder grundsätzlich in Unterhaltungen mit einbezogen werden, besonders wenn sie selbst Gegenstand der Unterhaltung sind. Und man sollte nie für mehr Kinder Verantwortung übernehmen, als man imstande ist, Aufmerksamkeit zu gewähren. Im Manuskript wird besonders die Anzahl der Kinder pro Familie betont. Dies deshalb, weil jeder Erwachsene sich lediglich auf ein Kind zur selben Zeit konzentrieren kann. Sind die Kinder in der Überzahl, werden die Erwachsenen schlichtweg von den Kindern überfordert und sind nicht länger in der Lage, die Kinder mit ausreichend Energie zu versorgen. Die Kinder fangen dann an, sich um die zur Verfügung stehende Zeit der Erwachsenen zu streiten. Es entsteht Rivalität unter Geschwistern. Laut Manuskript ist das Problem jedoch von größerer Bedeutung als die Menschen gemeinhin annehmen. Erwachsene neigen oft dazu, große Familien und das gemeinsame Aufwachsen ihrer Kinder zu idealisieren. Doch Kinder sollten sich die Welt von Erwachsenen und nicht von anderen Kindern erklären lassen. In allzu vielen Kulturen haben sich Kinder bereits in Banden organisiert.
Das Manuskript behauptet, dass die Menschheit langsam begreifen wird, dass sie keine Kinder mehr in die Welt setzen kann, um die sich nicht mindestens ein Erwachsener verantwortungsvoll kümmert.
Wenn wir hier einwenden, dass es genügend Familien gibt, in denen beide Elternteile arbeiten müssen, um zu überleben und diese Leute dann kein Recht mehr auf Kinder hätten, so gibt auch dazu das Manuskript eine Antwort. Es spricht davon, dass Menschen mit der Zeit lernen werden, den Begriff Familie zu erweitern. So, dass auch andere Personen in der Lage sein werden, eine verantwortungsvolle Betreuung zu übernehmen. Die Energie muss nicht unbedingt von den Eltern kommen. Um genau zu sein, ist es ganz gut, wenn sie das nicht immer tut. Wer auch immer für die Kinder verantwortlich ist, muss jedenfalls seine ungeteilte Aufmerksamkeit zur Verfügung stellen.
d. Die Achte Erkenntnis sagt auch, dass wann immer ein anderer Mensch unseren Weg kreuzt, er eine Botschaft für uns trägt. Zufällige Begegnungen gibt es nicht. Wie wir auf Begegnungen reagieren, entscheidet darüber, ob wir in der Lage sind, die Botschaft aufzunehmen oder nicht. Wenn wir in einer Unterhaltung mit jemand keine Botschaft in Bezug auf unsere aktuellen Fragen erhalten, so heißt das nicht, dass keine Botschaft für uns existiert, sondern nur, dass wir sie aus irgendeinem Grunde nicht verstanden haben oder der andere aus energetischen Gründen zur Zeit nicht imstande ist, die Botschaft zu übermitteln.
Ein Beispiel:
Sind wir jemals einem alten Freund oder Bekannten begegnet, haben eine Minute mit ihm gesprochen, uns verabschiedet und sind ihm am gleichen Tag oder in der gleichen Woche noch einmal begegnet? Wenn wir diese Frage bejahen können, so sollten wir uns fragen, was wir dann normalerweise gesagt haben. "So ein Zufall sich wiederzutreffen ! "Lachten wir und gingen unserer Wege?
Laut Manuskript sollten wir in solchen Situationen unsere Tätigkeit unter allen Umständen unterbrechen, um herauszufinden, welche Botschaft die betreffende Person für uns hat. Das Manuskript sagt voraus, dass unsere Interaktionen sich verlangsamen und gründlicher und bedeutungsvoller werden, sobald wir gelernt haben, diese Realität zu verstehen.
Dies ist sicher nicht einfach, ganz besonders weil die meisten Menschen gar keine Idee haben, wovon wir reden.
Trotzdem, das Manuskript gibt uns genaue Anweisungen: Erinnern wir uns doch einmal, wie der Mensch in der Dritten Erkenntnis als einmaliges Energiewesen gilt, weil er die Fähigkeit hat, seine Energie bewusst auf andere zu projezieren.
Erinnern wir uns nochmals wie das funktionierte: Wir konzentrierten uns so lange auf die Schönheit eines Gegenstandes, bis genügend Energie akkumuliert war, um ein Gefühl der Liebe zu erzeugen. Ab diesem Zeitpunkt waren wir in der Lage, auch Energie abzugeben.
Und genau das gleiche gilt für den Umgang mit Menschen. Wenn wir uns auf einen Menschen konzentrieren und versuchen, seine Eigenarten und Besonderheiten zu erfassen, bis er klar hervortritt und an Präsenz gewinnt, können wir ihm ebenfalls Energie übermitteln und ihn aufmuntern.
Der erste Schritt besteht natürlich darin, die eigene Energie auf einem hohen Niveau zu halten, um überhaupt in der Lage zu sein, die durchfließende Energie an eine andere Person weitergeben zu können. Je mehr wir die innere Schönheit und Einzigartigkeit der anderen schätzen lernen, desto mehr Energie fließt frei zu uns zurück. Deshalb ist unsere Liebe zu anderen das Beste, was wir für uns selbst tun können.
e. Jeder Mensch der uns begegnet, ist ein potentieller Botschafter. Um jene Menschen die eine Botschaft für uns haben erkennen zu können, erwähnt das Manuskript einige Zeichen auf die es zu achten gilt.
Es sind dies wichtige Zeichen wie:
Spontaner Augenkontakt zu uns unbekannten Menschen;
Das Gefühl, jemanden zu kennen;
Jemanden zu treffen, der uns vertraut erscheint.
Laut Manuskript werden wir lernen, spontanen Augenkontakt als sicheres Zeichen für die Notwendigkeit einer Unterhaltung anzusehen. Die meisten Menschen achten jedoch nicht darauf oder vergessen es sofort wieder.
Ein anderes Zeichen ist das Gefühl, jemanden zu kennen oder jemanden zu treffen, der uns vertraut erscheint.
Das Manuskript erteilt uns weniger Informationen darüber, weshalb Leute uns so vertraut erscheinen, vielmehr steht dort nur, dass wir in diesem Fall zur gleichen Gedankengruppe gehören und gewöhnlich die gleichen Interessen haben. Wir denken ähnlich, und das sorgt für Ähnlichkeiten in Ausdruck und Verhalten. Intuitiv erkennen wir Mitglieder unserer Gedankengruppe, und sehr häufig haben sie uns etwas zu sagen.
f. Teil der Achten Erkenntnis ist die bewusste Interaktion innerhalb einer Gruppe. Jeder spricht dann, wenn die Energie der Gruppe sich auf ihn konzentriert, während der jeweilige Sprecher die ungeteilte Aufmerksamkeit der anderen Gruppenmitglieder besitzt.
Innerhalb einer Gruppe gibt es immer jemanden der zu einem bestimmten Zeitpunkt die stärkste Idee hat. Sind die Gruppenmitglieder geschult, so bemerken sie, wer als nächster sprechen wird, und richten ihre Energie auf den Betreffenden, um ihm dabei behilflich zu sein, seine Meinung mit größtmöglicher Klarheit zu formulieren.
Mit dem Fortschreiten der Unterhaltung wird jemand anders mit einer starken Idee auf den Plan treten, dann der nächste und so fort. Wenn wir uns auf das Gespräch konzentrieren, merken wir, wann die Reihe an jedem einzelnen von uns ist. Dann wird sich meistens auch eine Idee in unserem Kopf bemerkbar machen.
Es geht im Wesentlichen darum, zu bemerken, wann man selbst an der Reihe ist, und Energie zu projezieren, wenn jemand anderer spricht.
Die Kernaussagen der Achten Erkenntnis sind:
Wie sollen Menschen miteinander umgehen. Umgang Erwachsener mit Kindern und Erwachsener untereinander.
Die Anwendung von Kontroll-Dramen und ihre Überwindung.
Die Projektion der Energie auf andere Menschen.
Wenn wir sorgfältig darauf achten, mit wem wir Kontakt aufnehmen, erhalten wir als Resultat die gewünschten Antworten auf unsere Fragen.
Die bewusste Interaktion aller Mitglieder innerhalb einer Gruppe unter Anwendung der Energie.
a. Die Essenz der Achten Erkenntnis in bezug auf die Behandlung von Kindern ist, dass wir immer danach trachten sollten, unseren Kindern die nötige Energie zukommen zu lassen und ihnen in jeder Situation die Wahrheit zu sagen, in einer Sprache die unsere Kinder verstehen. Und wenn sie Kinderfragen stellen, sollten wir diese sehr ernst nehmen und uns Mühe geben, der Versuchung zu widerstehen, erfundene Erklärungen abzugeben, die nur der Belustigung der Erwachsenen dienen. Dies bezieht sich auch zum Beispiel auf die Geschichte vom Storch, der die Kinder bringt. Diese kulturspezifischen Erklärungen sind jedoch nicht das eigentliche Problem. Denn da diese Erklärungen sich nie verändern, kommen die Kinder schnell hinter die Wahrheit.
Schlimmer noch sind Zerrbilder, die Erwachsene aus dem Stehgreif improvisieren, um ein wenig Spaß auf Kosten der Kinder zu haben und weil sie meinen, die Wahrheit sei für Kinder zu kompliziert. Das stimmt nicht; es gibt immer eine Möglichkeit, die Wahrheit auf einem für Kinder verständlichen Niveau auszudrücken, man muss lediglich ein wenig Einfallsreichtum beweisen.
Das Manuskript sagt hier, dass wir immer einen Weg finden sollen, um einem Kind die Wahrheit vermitteln zu können.
Und wenn wir hier einwenden, dass es Kinder doch gewöhnlich verstehen, wenn Erwachsene Spaß machen und es uns so scheint als beraubten wir die Kinder ihrer Freude und Unbeschwertheit und machten sie so vorschnell zu kleinen Erwachsenen, so gibt auch hier das Manuskript eine klare Information, dass wir dies unterlassen müssen. Wir sollten alle Kinderspiele mit unseren Kindern spielen, die ihre Phantasie zulässt. Der Unterschied besteht darin, dass Kinder wissen, wann wir phantasieren und wann nicht.
Wenn wir sicherstellen, dass sich immer jemand verantwortungsvoll um unsere Kinder kümmert, so stellen wir damit auch sicher, dass unseren Kindern immer echte Aufmerksamkeit zuteil wird. Dadurch werden sie nie das Gefühl haben, angeben zu müssen oder Dramen inszenieren zu müssen um ausreichend Energie zur erhalten. Da unsere Kinder dann immer ausreichend Energie zur Verfügung haben werden, wird das ihren späteren Wechsel von der Energie der Erwachsenen zur Energie des Universums sehr viel leichter machen.
b. Die Idee der Sucht nach Menschen, wie sie im Manuskript beschrieben wird, erklärt, weshalb es innerhalb romantischer Beziehungen letztendlich zu Machtkämpfen kommen muss. Wir haben uns immer gefragt, weshalb Glück und Euphorie in einer Liebesbeziehung irgendwann enden und es dann zu Konflikten und Auseinandersetzungen kommt. Jetzt wissen wir es.
Am Anfang einer Liebe versorgen sich beide Partner unbewusst mit Energie, geraten als Folge davon in Hochstimmung und fühlen sich beflügelt. Dieses unwahrscheinlich intensive Hochgefühl nennen wir "Verliebt-Sein". Wenn die Partner jedoch erwarten, der jeweils andere müsse ihnen dieses Gefühl vermitteln, so schneiden sie sich damit von der Energiezufuhr des Universums ab und werden im Laufe der Beziehung immer abhängiger von der Energie des Partners - unglücklicherweise ist sie dort zu diesem Zeitpunkt meistens nicht mehr im Überfluss vorhanden. Und so wird an der eigenen Energie gespart. Die Beteiligten fallen wieder in ihre alten Dramen zurück und versuchen einander zu kontrollieren, um die Energie des anderen in die eigene Richtung zu lenken. An diesem Punkt verkommt die Beziehung zu dem ja bestens bekannten stinkgewöhnlichen Machtkampf.
c. Unsere Empfänglichkeit für derartiges Sucht- und Abhängigkeitsverhalten hat einen psychologischen Grund. Das Problem beginnt sehr früh, in der Familie. Wegen der Energiekämpfe dort war niemand von uns in der Lage, einen sehr wichtigen psychologischen Prozess zum Abschluss zu bringen:
Dies heißt, je nach dem welchem Geschlecht wir angehören, entweder unsere männliche oder unsere weibliche Seite, unsere Antipode, zu integrieren. Unsere männliche oder weibliche Seite, die uns zu einem energetischen Ganzen ergänzt, entsprechend anzunehmen, um energetisch ausbalanciert zu sein.
Der Grund für unsere Abhängigkeit von Angehörigen des anderen Geschlechts besteht in unserem Unvermögen, die sexuelle Energie des anderen Geschlechts in uns selbst zu entwickeln. Schließlich und endlich wird es gelingen, uns dieser Erfahrung zu öffnen, doch wenn wir erst am Anfang des Prozesses der Bewusstseinsveränderung stehen, müssen wir sehr vorsichtig damit umgehen. Die Integration braucht vor allem Zeit. Wenn wir uns vorzeitig mit einer menschlichen Quelle weiblicher oder männlicher Energie verbinden, blockieren wir die universelle Zufuhr.
Überlegen wir einmal, wie so eine Integration innerhalb der Familie im Idealfall verlaufen könnte.
In jeder Familie muss das Kind zunächst einmal Energie von den Eltern erhalten. Sich mit der Energie des gleichen Geschlechtes zu identifizieren und diese in sich aufzunehmen, ist gewöhnlich nicht mit großen Schwierigkeiten verbunden. Energie vom anderen Elternteil zu erhalten, kann sich dagegen weitaus schwieriger gestalten.
Nehmen wir als Beispiel ein weibliches Kind. Alle kleinen Mädchen wissen, dass ihr erster Integrationsversuch männlicher Energie in der starken Empfindung für den Vater besteht. Das Mädchen möchte, dass er möglichst nah und möglichst oft bei ihr ist. Das Manuskript erklärt diesen Wunsch vor allem mit dem Verlangen nach männlicher Energie, denn diese komplettiert ihre weibliche Seite. Aus der männlichen Energie bezieht sie Hochgefühle und ein erstes Empfinden der Vollständigkeit. Fälschlicherweise nimmt sie an, dass der einzige Weg zu dieser Energie über die Sexualität verläuft, und sie versucht den Vater zu besitzen und dafür zu sorgen, dass er dauernd körperlich anwesend ist.
Interessanterweise begreift sie intuitiv, dass die männliche Energie in Wirklichkeit ihre eigene sein sollte, über die sie nach Belieben verfügen kann, denn sie möchte den Vater dirigieren, als sei er Teil ihrer selbst. Sie hält ihn für ein zauberhaftes Wesen, das in der Lage ist, ihr jeden Wunsch zu erfüllen. In einer nicht idealen Familiensituation wird dieses Verhalten für einen Machtkampf zwischen dem kleinen Mädchen und ihrem Vater sorgen. Die Ausbildung von Dramen beginnt, sowie sie lernt, sich in Szene zu setzen, um ihn zu manipulieren und sich die gewünschte Energie zu verschaffen.
In einer idealen Familiensituation würde der Vater sich nicht auf diesen Machtkampf einlassen. Er würde fortfahren, sich ernsthaft mit dem Kind auseinanderzusetzen, und genügend Energie aufzubringen, um sie bedingungslos zu versorgen, obwohl er natürlich nicht alles tun kann, was sie verlangt. Der wichtige Punkt bei diesem Idealbeispiel besteht darin, dass der Vater offen bleibt und zur Kommunikation bereit ist. Sie hält ihn für ideal und zauberhaft, doch wenn er ihr ehrlich erklärt, wer er wirklich ist und aus welchem Grund er wie handelt, wird das kleine Mädchen in der Lage sein, sein Wesen und seine Fähigkeiten anzunehmen und ihr unrealistisches Bild vom Vater aufzugeben. Am Ende wird sie ihn als einen besonderen Menschen erfahren, einen Menschen mit Stärken und Schwächen. Hat sie dies einmal verinnerlicht, gelingt ihr meistens ein einfacher Übergang: Sie empfängt die sexuelle Energie des anderen Geschlechts nicht länger vom Vater, sondern begreift diese als Teil einer umfassenden, überall vorhandenen universellen Energie.
Das Problem besteht nur darin, dass die meisten Eltern mit ihren Kindern um Energie wetteifern. Wegen dieses Wetteiferns hat es bisher keiner von uns wirklich geschafft, die Energie des anderen Geschlechts zu integrieren. Wir stecken alle in einem Stadium, in dem wir immer noch außerhalb dieser Energie suchen, in einer Person, die wir für ideal und zauberhaft halten und die wir sexuell besitzen möchten.
Da wir uns von unserer Anlage her kontinuierlich weiterentwickeln wollen, stehen wir so vor einer kritischen Situation.
Die Achte Erkenntnis behauptet, dass wir zu Beginn unserer Bewusstseinsbildung automatisch mit der Energie des anderen Geschlechts versorgt werden. Sie hat ihren natürlichen Ursprung in der Schöpfungsgewalt. Doch müssen wir Acht geben, denn wenn uns jemand den direkten Zugang zu dieser Energie anbietet, schneiden wir uns von der wahren Quelle ab ...., und dann ist unsere Weiterentwicklung gestoppt oder zu Ende:
Wir können dies damit ausdrücken, dass wir Menschen, bevor wir es nicht gelernt haben, dieser Situation aus dem Weg zu gehen, wie "Halbkreise" herumlaufen. Wir sehen aus wie der Buchstabe "C". Wir sind ausgesprochen angezogen von Personen des anderen Geschlechts, die ebenfalls "Halbkreise" darstellen und sich mit uns vereinen wollen, um so endlich einen Kreis zu bilden - und uns eine enorme Zufuhr an Euphorie und Energie zu verschaffen, die sich durchaus so anfühlt, als stünden wir in direkter Verbindung mit den Kräften des Universums. In Wirklichkeit haben wir uns lediglich mit jemandem zusammengetan, der wie wir versucht, seine andere Hälfte in der Außenwelt zu finden. Es handelt sich hierbei um das klassische Beispiel einer Co-Abhängigkeit, und die vorprogrammierten Konflikte lassen nicht lange auf sich warten.
Das Problem mit dem nun entstandenen "O", der vermeintlich kompletten Person, besteht darin, dass es zweier unterschiedlicher Menschen bedurfte, um sie zu erschaffen; einer lieferte die weibliche Energie, der andere die männliche. Diese eine Person verfügt konsequenterweise über zwei Köpfe beziehungsweise "Egons". Beide wollen die eine Person, die sie ja erschaffen haben, dirigieren. Genau wie in der Kindheit wollen beide das Kommando über den anderen haben, als handle es sich bei ihm um ihre eigene Person. Die Illusion, ein Ganzes zu sein, bricht bei den nun folgenden Machtkämpfen gewöhnlich völlig zusammen. Am Ende wird jeder den anderen als höchst gewöhnlichen Menschen betrachten und sogar versuchen, ihn zu schwächen, damit das angeblich vollständige Selbst in die gewünschte Richtung gelenkt werden kann. Natürlich funktioniert das nicht, wenigstens heutzutage nicht mehr. In der Vergangenheit mag einer der Partner willens gewesen sein, sich unterzuordnen - gewöhnlich die Frau, manchmal auch der Mann. Doch jetzt sind die meisten aufgewacht, und kaum jemand möchte den Unterworfenen spielen.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir damit Abschied von der so genannten "Romantik" nehmen. Wir können auch weiterhin romantisch sein, müssen jedoch zunächst lernen, den Kreis allein zu vollenden. Wir müssen unsere Verbindung zur universellen Energie stabilisieren. Dazu braucht es Zeit, doch wenn die Verbindung einmal steht, wird dieses Problem nie wieder auftauchen, und wir sind reif für eine "höhere" Beziehung, wie das Manuskript es nennt. Verlieben wir uns danach in eine andere, ebenfalls vollständige Person, so schaffen wir eine "Super-Person" .... ! Allerdings werden wir dadurch auch nicht mehr vom Pfad unserer individuellen Entwicklung abkommen.
Indem wir der Liebe auf den ersten Blick nicht immer gleich nachgeben, sondern lernen, mit dem anderen Geschlecht auch platonische Beziehungen zu führen. Allerdings dürfen wir diese Beziehungen nur mit Menschen eingehen, die keine Geheimnisse vor uns haben, sondern uns mitteilen, wie und warum sie etwas machen - so wie es der Elternteil des anderen Geschlechts in einer idealen Familiensituation getan hätte. Indem wir verstehen, wer diese Freunde im Inneren wirklich sind, brechen wir die Projektion, die wir auf das andere Geschlecht gerichtet haben, und es wird wieder möglich, uns mit dem Universum zu verbinden.
Wir dürfen außerdem nicht vergessen, dass dies in keinem Falle ein einfaches Unterfangen sein wird, besonders dann nicht, wenn jemand dazu aus einer bereits bestehenden Beziehung zweier Abhängiger ausbrechen muss. Dann kommt es zu einem so leidvollen wie unbedingt notwendigen Auseinanderziehen von zwei Energiefeldern. Abhängigkeit unter Menschen ist keine Sicherheit.
Wir alle sind abhängig, und wir alle wachsen jetzt aus dieser Abhängigkeit heraus.
Die Idee besteht darin, Hochgefühle und Euphorie, wie sie nur zu Beginn einer Abhängigkeitsbeziehung auftreten, auch allein empfinden zu können. Wir müssen unseren Partner gewissermaßen in unserem Inneren entwickeln. Danach werden wir Fortschritte machen und können uns endlich auf die Suche nach jener einmaligen romantischen Beziehung machen, die uns auf den Leib geschneidert ist.
Wir sollten auch beachten, dass die Verbindung unseres eigenen Energiefeldes auch über räumliche Distanzen hinweg erfolgen kann. Unsere Sucht nach einem anderen Menschen kann dazu führen, dass sich unser eigenes Energiefeld mit dem eines Menschen nach dem wir süchtig sind verbindet, obwohl die beiden Personen sich an voneinander getrennten Orten aufhalten. Dadurch verlieren wir sofort die Verbindung mit der Quelle der Energie und sind süchtig nach der Energie des anderen Menschen geworden. Jede Form der Sucht ist ähnlich - weil der Süchtige versucht, durch eine andere Person oder eine Droge mit dem Universum in Verbindung zu treten. Das Beste in solch einem Fall ist, unseren eigenen Energielevel anzuheben, uns zu zentrieren und uns vor Augen zu führen, was wir eigentlich vorhaben.
d. Wenn wir die vom Manuskript über die Projektion von Energie auf Menschen gegebenen Anweisungen anwenden, werden wir sehr bald zum ersten Mal imstande sein, die wahre Persönlichkeit anderer Menschen wahrnehmen zu können.
Der Effekt den die Energieprojektionen auf den einzelnen haben, ist immens. Die betroffene Person wird deutlich spüren, dass wir sie mit Energie auftanken. Sie wird es besonders daran erkennen, dass sie ihre Gedanken klarer und einfacher zu formen imstande sein wird. Dadurch ist es ihr möglich, ihre Wahrheit zu erkennen, und es wird ihr Leichterfallen, diese an uns weiterzugeben. Gelingt ihrem dies, so werden wir eine Offenbarung erfahren. Dies führt wiederum dazu, dass wir unser höheres Selbst erkennen und uns auf einer tieferen Ebene darauf einlassen und konzentrieren können. Was uns wiederum mehr Energie zuführt und uns umfassendere Einsichten in unsere eigene Situation erlaubt, und so beginnt der ganze Kreislauf von neuem.
Wenn zwei oder mehrere Menschen dieses Wechselspiel gemeinsam vornehmen, können sie sich zu unwahrscheinlichen Höhen aufschwingen. Wir müssen allerdings verstehen, dass solche Verbindungen nicht das Geringste mit Abhängigkeitsbeziehungen zu tun haben. Abhängigkeitsbeziehungen beginnen zwar ebenso, verkommen jedoch innerhalb kurzer Zeit zu Kontrollkämpfen, weil die Abhängigkeit zwischen den Menschen und die wahre Energiequelle tritt, und die Energie deshalb bald versiegt. Die wahre Form der Energieprojektion ist frei von Anhänglichkeit oder Erwartung. Die Beteiligten warten lediglich auf die Erfüllung der für sie bestimmten Botschaften.
Interessant ist hier noch die Beantwortung der Frage:
Was machen wir, wenn die Person auf die wir Energie projezieren, bereits innerhalb eines Kontroll-Dramas operiert und versucht, uns mit hineinzuziehen?
Dem Manuskript nach zerfällt das Drama, wenn wir nicht das passende Gegenstück dazu liefern. Das Manuskript beweist, dass solche Versuche, Energie abzuziehen, nicht mehr funktionieren, sobald man sie zur Sprache oder ins Bewusstsein der jeweiligen Person bringt, weil sie nur verdeckt existieren können. Die Wahrheit wird sich in einem Gespräch schließlich immer durchsetzen. Danach muss unser Gegenüber aufrichtiger und ehrlicher sein.
Wir alle haben sicherlich selbst bereits Dramen beim Namen genannt, ohne uns dessen bewusst gewesen zu sein. Wir begreifen jetzt langsam, was auf dem Spiel steht. Die Lösung liegt darin, auf die wahre Person hinter dem Drama zu schauen und soviel Energie wie möglich an diese Person abzugeben. Wenn diese merkt, dass Energie in ihre Richtung fließt, braucht sie nicht mehr mit allen Mitteln darum zu kämpfen.
e. Stellen wir eines oder mehre der im Manuskript genannten Zeichen im Kontakt mit anderen Menschen fest, so sollten wir in jedem Fall und völlig unabhängig davon wie schwer oder leicht uns eine Kontaktaufnahme fällt, einen Kontakt mit der betreffenden Person herstellen, um die Information zu erhalten die für uns bereitgehalten wird. Und wenn wir nicht wissen was wir sagen sollen, um mit der Person in Kontakt zu kommen, so sagen wir einfach die Wahrheit. Wir kleiden sie dazu in jene Form, von der wir annehmen können, dass unser Gegenüber damit etwas anfangen kann.
f. Dabei müssen wir jedoch auch beachten, dass einiges bei der Interaktion in der Gruppe schiefgehen kann. Manche Menschen neigen dazu, sich innerhalb einer Gruppe aufzublasen. Sie spüren die Macht ihrer Ideen, und nachdem sie sich mitgeteilt haben, reden sie weiter, weil ihnen die Energiezufuhr so angenehm ist; dabei sollte die Energie bereits bei einem der anderen Gruppenmitglieder liegen. So versuchen sie ein Monopol auf die Energie der Gruppe zu erhalten.
Andere wiederum sind schüchtern. Selbst wenn sie die Energie einer Idee spüren, getrauen sie sich nicht, ihr Ausdruck zu verleihen. So wird die Gruppe gespalten und kommt nicht in den Genus aller vorhandenen Ideen. Dasselbe ist der Fall, wenn einige der Gruppenmitglieder nicht akzeptiert werden. Die so Zurückgewiesenen sind nicht mit der Energie verbunden, und auf diese Weise bringt sich die Gruppe um den Nutzen ihrer Ideen.
Die Technik, Menschen an diesen Prozess anzuschließen, ist von großer Bedeutung. Sobald wir jemanden nicht leiden können, neigen wir dazu, uns auf einen missliebigen Aspekt seiner Persönlichkeit zu konzentrieren. Geschieht dies, bleibt uns die tiefere Schönheit der Person verborgen, und wir schließen sie von der Energiezufuhr aus - um genau zu sein, nehmen wir ihr Energie und fügen ihr Schaden zu. Diese Menschen fühlen sich mit einem Mal weniger attraktiv und verfügen über weniger Selbstvertrauen. Meistens wissen sie selbst nicht, woran es liegt.
Deshalb ist dieser Prozess von so großer Wichtigkeit. Menschen lassen sich durch ihren nur als gewalttätig zu bezeichnenden Konkurrenzkampf gegenseitig altern.
Wenn jedoch die energetischen Schwingungen jedes Gruppenmitgliedes gesteigert werden, verbinden sich die individuellen Energiefelder, und die Gruppe besteht aus einem Körper mit vielen Köpfen. In solch einer Gruppe weiß jedes Mitglied, wann es sprechen soll und was es zu sagen hat, weil jeder einen äußerst klaren Einblick in die Mysterien des Lebens hat. Wir sprechen hier von der Höheren Persönlichkeit, von der in der Achten Erkenntnis in Verbindung mit einer romantischen Beziehung zwischen Mann und Frau die Rede ist. Doch auch andere und größere Gruppen sind in der Lage, dieses höhere Bewusstsein gemeinsam zu erreichen und auch beizubehalten.
Die Methode der bewussten Unterhaltung, in deren Verlauf jeder versucht, das Beste im anderen hervorzubringen, anstatt ihn zu besiegen, wird über kurz oder lang von der gesamten Menschheit angewandt werden. Denken wir nur, in welchem Maße unser individuelles Energieniveau und das Fortschreiten der Evolution dadurch beeinflusst werden könnte!
Die Frage, die wir heute noch nicht beantworten können ist:
Die Antwort auf diese Frage wird in der Neunten Erkenntnis gegeben. Dort wird erklärt, was geschieht, wenn die Kultur diesen Sprung vorwärts macht.
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